Marokko Information und Diskussion

Normale Version: Postversand wird komplizierter
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Hallo.

Bisher konnte man Päckchen mit geringem (<22,00 €) Warenwert "einfach so" von Marokko und anderen Ländern in Staaten der EU verschicken.

Das soll sich nun ändern!

In einer EU- Verordnung heißt es:

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"Die Freigrenze für den Import von Sendungen aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert unter 22,00 EUR entfällt. Diese Neuerung tritt am 01.07.2021 in Kraft. Ursprünglich war als Termin der 01.01.2021 vorgesehen, der Rat für Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Union (ECOFIN) hat jedoch am 22.07.2020 entschieden, das Inkrafttreten der Neuregelung um 6 Monate zu verschieben.“
 
Es muß für jede Sendung eine Zollanmeldung gemacht werden. Die Gebühren dafür betragen mindestens 28,50 EUR!
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In der Praxis heißt das, dass jedes Päckchen aus einem Nicht EU-Mitgliedsstaat erstmal beim Zoll landet und der Empfänger dann einen Antrag auf Nachverzollung durch die deutsche Post stellen muß. (Kosten mind. 28,50 EUR.)
Dazu kommt dann noch EU-EinfuhrumsatzST und ggf. Zoll.
Zudem müssen alle Dokumente da sein: Lieferschein, Rechnung, ggf. EUR1 Papiere, ect..




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Hallo Thomas!

Könntest Du die EU-Verordnung verlinken?

Ich kann mir nur schwer vorstellen, daß die Bagatellgrenze von 25 Euro entfallen soll, da diese dazu diente, den Zoll zu entlasten. Eine Nachverzollung durch die Post ist im übrigen nicht zwingend. Die 28,50 Euro, die die Post dafür verlangt, kann man sich ersparen, wenn man das Päckchen oder Paket selbst beim Zollamt abholt und dort verzollt. Bei den riesigen Mengen an Warensendungen aus China unter 25 Euro kann ich mir allerdings bei besten Willen nicht vorstellen, wie dies bei der ausgedünnten Personaldecke des Zolls bewältigt werden soll.

Beste Grüße

Aksayt
Hallo Thomas,

recht herzlichen Dank für die Links mit den ausführlichen Informationen!

Die Begründung für die Neuregelung ist wie üblich erstunken und erlogen oder wie Du es in einem anderen Thread schriebst, "mediale Desinformation", also das,was (nicht nur) die Bundesregierung gegenüber dem Bürger am liebsten macht.

Ursache des Problems ist nicht, wie von der Bundesregierung behauptet, ein massenhafter Zollbetrug, sondern der Umstand, daß China postrechtlich als Entwicklungsland zählt und deswegen Waren aus China für einen "Apfel und ein Ei" versandt werden können, da der Versand über internationale Postabkommen bezuschußt wird. Viele Waren aus China werden dadurch unterhalb der Versandkosten innerhalb Deutschlands verkauft. Da reibe auch ich mir bei ebay manchmal die Augen über die niedrigen Preise mancher Artikel aus China. Da die Bundesregierung es aber anscheinend nicht schafft, die Portovergünstigungen für China abzuschaffen, geht Sie - wie üblich - hintenherum vor und möchte in einem extrem bürokratischen und damit für den Bürger abschreckenden Verfahren auch für Waren mit geringem Wert Einfuhrzoll erheben. Durch die enorme oder besser gesagt gigantische vom Bürger zukünftig verlangte Bürokratie dürfte fast der gesamte geringpreisige Warenversand aus China zukünftig unterbunden werden.

In diesem Punkt kann ich Deine im Forum häufig geäußerte und von anderen Forumteilnehmern nicht verstandene Kritik an bewußter Desinformation der Bürger durch die jeweiligen Regierungen voll und ganz bestätigen.

Alle Forumteilnehmer sollten sich gut überlegen, ob sie diesen extremen und notorischen Lügnern bei den anstehenden Wahlen in Deutschland weiterhin ihre Stimme geben.

Viele Grüße nach Errachidia

Aksayt


P.S.: Daß dadurch auch der Versand aus Marokko nach Deutschland faktisch unmöglich wird, ist nur ein Kollateralschaden, den man hinnimmt. Die Regelung richtet sich gegen China.
Einfach über China senden! Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht