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Corona-Virus in Marokko - Druckversion

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RE: Corona-Virus in Marokko - Erol-Nadori - 16.05.2020

Hallo Gero,

leider sehe ich das alles weniger optimistisch und denke, dass wir ab Mittwoch noch keine großartigen Lockerungen genießen dürfen. Grund ist für mich das kurz bevorstehende Eid-Fest. Für Marokko wäre es der Supergau wenn die Raten durch Familien und Freundesbesuche und aufgrund zuvor beschlossener Lockerungen in die Höhe schießen. Saudi Arabien beispielsweise, welche momentan einen Lockdown zwischen 19 und 9 Uhr fahren, haben über die Eid Feiertage beschlossen einen 24h Lockdown für 5 Tage einzuführen. Natürlich wünschen wir uns alle eine schrittweise Rückkehr zur Normalität, einige Stimmen rechnen aber erst mit Mitte Juni, frühestens.

Hoffen wir aufs Beste!


RE: Corona-Virus in Marokko - 21merlina - 16.05.2020

Weiß jemand wann vielleicht die Grenze zu Spanien wieder geöffnet wird? Ich wollte eigentlich zum Eid Al Kebir rüber (Anfang August). Da wollen ja auch alle in Europa wohnhaften Marokkaner nach Hause....also Massenbewegung ( falls die Grenze geöffnet wäre).


RE: Corona-Virus in Marokko - theomarrakchi - 16.05.2020

Hallo Merlina,
Im Moment weiß noch niemand wann die Grenzen wieder geöffnet werden, und ich vermute mal, daß das nicht vor Mitte Juli sein wird.
Wie sich jedoch die Lage bis dahin entwickelt, kann im Moment noch niemand voraussagen.
Auf jeden Fall drücke ich Dir die Daumen.


RE: Corona-Virus in Marokko - FouadF - 16.05.2020

(16.05.2020, 13:44)21merlina schrieb: Weiß jemand wann vielleicht die Grenze zu Spanien wieder geöffnet wird? Ich wollte eigentlich zum Eid Al Kebir rüber (Anfang August). Da wollen ja auch alle in Europa wohnhaften Marokkaner nach Hause....also Massenbewegung ( falls die Grenze geöffnet wäre).

Momentan sind alle froh, dass sie wieder zuhause sind oder auf dem Wege dahin!
siehe hier https://forum.marokko.com/showthread.php?tid=583&pid=3011#pid3011  
und hier https://forum.marokko.com/showthread.php?tid=613&pid=3012#pid3012


RE: Corona-Virus in Marokko - FouadF - 16.05.2020

1 Million FFP2-Masken und 0,2 Millionen chirurgische Masken wöchentlich
16. Mai 2020
 
[Bild: 5ebfda4fd0c9f.jpeg]
 
Seit Beginn der Pandemie läuft die Maskenfabrik (UFM) der Royal Gendarmerie auf Hochtouren und produziert wöchentlich mehr als 1 Million FFP2-Masken und 200.000 dreilagige chirurgische Masken vom Typ II mit hoher Filtration.
 
Zwischen Februar und Mai 2020 konnte das seit 2009 in der Region Benslimane betriebene Werk rund 14 Millionen FFP2-Masken und 3 Millionen chirurgische Masken produzieren, die den internationalen Standards "EN149 + A1 2009" und "EN14683 2014" entsprechen. Das mit der CE-Zertifizierung gekennzeichnete UFM wurde entwickelt, um Marokko einen strategischen Bestand zu bieten, der lokal und unabhängig vom Ausland hergestellt wird
 
Angesichts der wachsenden Nachfrage aufgrund der aktuellen Gesundheitskrise werden die von der UFM hergestellten Masken dem medizinischen Personal zur Verfügung gestellt, das sich mit der Versorgung von Patienten mit Covid-19 befasst.
 
Um die Anzahl der täglich produzierten Masken zu erhöhen, läuft derzeit ein Projekt zur Erweiterung des UFM, um seine Produktionskapazität zu stärken. Heute verfügt das Werk über eine hochmoderne technische Infrastruktur, die in 3 Produktionslinien für FFP2-Masken und 2 Produktionslinien für chirurgische Masken gegliedert ist. Es verfügt auch über ein eigenes Labor für Qualitätskontrolle, das mit den neuesten Technologien zur Überprüfung der Konformität von Masken und Filtermaterialien ausgestattet ist. Insgesamt sorgen mehr als 80 Techniker, Elektromechaniker und Verwaltungsmitarbeiter jeden Tag der Woche für eine unterbrechungsfreie Produktion.
 
https://fnh.ma
 
 
 
 


RE: Corona-Virus in Marokko - Maghribi - 16.05.2020

In Casablanca ein weiteres Beispiel für Nachlässigkeit angesichts der Gefahren des Covid-19
16. Mai 2020
 
[Bild: b6350140c19a8b435c5a46cf92a206b2.jpg]
 
Jeden Tag sehen wir verschiedene Demonstrationen von Nachlässigkeit, die die Bemühungen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Virus in Marokko untergraben.
 
Hast du soziale Distanzierung gesagt?
 
Der „herzliche“ Empfang einer Überlebenden der Covid-19-Infektion durch die Bewohner ihres Stadtteiles ist ein gutes Beispiel!
 
Die Szene spielt im Stadtteil Derb El Kabir in Casablanca und ist einfach empörend.
 
Eine Frau, die gestern nach Hause zurückkehrte, nachdem sie die Krankheit überstanden hatte, wurde als wahre Heldin begrüßt. Nur die Trommeln und Trompeten fehlten! Es scheint, als hätten diese Leute noch nie was von der Ausgangssperre gehört, geschweige denn vom Verbot von Kundgebungen und der Verpflichtung zum Tragen von Masken.
 
Sie können fast sehen, wie der Virus glücklich in der Menge springt!
 
Leider ist dies nur ein Beispiel unter vielen. Immer wieder sehen wir verschiedene Demonstrationen von Nachlässigkeit, die die Bemühungen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Virus in Marokko untergraben und all die Bürger irritieren, die sich bemühen, die geltenden Hygienemaßnahmen zu respektieren …
 
Le Matin


RE: Corona-Virus in Marokko - 21merlina - 16.05.2020

https://www.arte.tv/de/videos/097775-000-A/marokko-rasch-aus-der-krise-dank-eigenen-masken/


RE: Corona-Virus in Marokko - Gero - 16.05.2020

(16.05.2020, 19:46)Maghribi schrieb: In Casablanca ein weiteres Beispiel für Nachlässigkeit angesichts der Gefahren des Covid-19
16. Mai 2020
... 
Der „herzliche“ Empfang einer Überlebenden der Covid-19-Infektion durch die Bewohner ihres Stadtteiles ist ein gutes Beispiel!
Die Szene spielt im Stadtteil Derb El Kabir in Casablanca und ist einfach empörend.
 Sie können fast sehen, wie der Virus glücklich in der Menge springt!  ...

Die Dummheit ist die größte Pandemie, die nie ausgerottet werden kann und wofür nie ein Impfstoff gefunden werden wird. 
Eine Krankheit, über die sich selten ein Kranker beschwert.

C’est la vie

LG. Gero



RE: Corona-Virus in Marokko - FouadF - 16.05.2020

(11.05.2020, 19:53)FouadF schrieb:
(06.05.2020, 21:39)Maghribi schrieb:
(20.04.2020, 10:06)Maghribi schrieb: Herstellung von Gesundheitsschutzmasken
20.04.2020
 
[Bild: masques-032_news_tt.jpg]

Hersteller von Gesundheitsschutzmasken müssen bestimmte Anforderungen für die Herstellung erfüllen. Das Ministerium für Industrie, Handel, grüne und digitale Wirtschaft hat die Standards für die Herstellung von Schutzmasken aus Vliesstoffen veröffentlicht. Die Herstellung dieser Masken unterliegt der technischen marokkanischen Norm NM ST 21.5.200. Diese normative Verpflichtung trat am 8. April 2020 in Kraft und betrifft Hersteller und Vertreiber von Schutzmasken aus Vliesstoffen für nichtmedizinische Zwecke. … 
 
Gemäß der neuen Vorschrift müssen diese Gesundheitsschutzmasken aus jungfräulichem Polypropylen hergestellt sein und aus drei filtrierbaren Schichten bestehen, die mit Vlies übereinandergelegt werden, um die Abdeckung von Nase, Mund und Kinn des Benutzers zu gewährleisten. … Dieses Dekret unterliegt einem verbindlichen Rahmen für Hersteller und Vertreiber von Gesundheitsschutzmasken, die vom Specialfont für Covid-19 subventioniert werden und deren Verkaufspreis für die Öffentlichkeit auf 0,80 DH pro Einheit festgelegt ist. Diese Grundlage ermöglicht auch die Rückverfolgbarkeit des Produkts, so dass das Ministerium durch regelmäßige Kontrollen sicherstellen will, dass die Masken den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen.
 
l‘economiste.com


Export von marokkanischen Gesundheitsschutzmasken
06.05.2020

Fast 60 Unternehmen stellen Schutzmasken her, um die nationale Nachfrage zu befriedigen und die Verluste aufgrund der Krise zu verringern. Seit fast einem Monat werden mindestens 7 Millionen Schutzmasken täglich hergestellt. Der Staat hat jedoch erst am 6. Mai damit begonnen, die insbesondere in Fes, Tanger und Casablanca hergestellten Stoffmasken anzufordern. In Fes beispielsweise werden bei zehn Unternehmen täglich bis zu 300.000 Stoffmasken produziert, wobei die Produktionskapazität dieser Unternehmen nur zu ca. 30% genutzt wird. "Es fehlt an Arbeiter", beklagt ein Unternehmer. Die Strategie von Moulay Hafid Elalamy, Minister für Handel und Industrie, hat sich wohl ausgezahlt. Pro Monat werden nun über 210 Millionen Masken hergestellt. Marokko bereitet sich nun darauf vor, den Export der Stoffmaske "made in Morocco" nach Europa zu starten. Allerdings hat der Sicherheitsbestand für Marokko Vorrang.
 
leconomiste.com


Masken aus Vliesstoff: Der Export aus Marokko kann gestartet werden!
11. Mai 2020
 
Marokko will Masken aus Vlies exportieren, da der strategische Bestand von 50 Millionen hergestellten Masken sichergestellt ist. ... Mittlerweile stellen einige Fabriken Vliesstoffmasken her, wodurch die Produktionskapazität Marokkos auf mehr als 10 Millionen Einheiten pro Tag gestiegen ist. 
 
Auf der anderen Seite liegt die Herstellung von Stoffmasken bei nur 2 Millionen Einheiten pro Tag, während Marokko 15 Millionen Einheiten benötigt, um seinen strategischen Bestand aufzubauen. Infolgedessen soll ihre Ausfuhr verboten bleiben bis Marokko die Selbstversorgung erreicht hat. Das Ministerium räumte allerdings eine mögliche Lockerung der Regel ein, indem es den Herstellern erlaubte, maximal 50% ihrer Produktion zu exportieren.
 
Le Matin die Sahara



Neben einer strikten Ausgangsperre gilt in Marokko schon seit dem 7. April Maskenpflicht. Dafür wurden nicht etwa Masken im großen Stil importiert, sondern die landeseigenen Produktion stark angekurbelt. Mit Erfolg: Inzwischen ist Marokko ein Masken-Exportland geworden.

Video über die Produktion der masken


RE: Corona-Virus in Marokko - Gero - 17.05.2020

(16.05.2020, 11:51)Erol-Nadori schrieb: ... leider sehe ich das alles weniger optimistisch und denke, dass wir ab Mittwoch noch keine großartigen Lockerungen genießen dürfen. Grund ist für mich das kurz bevorstehende Eid-Fest. Für Marokko wäre es der Supergau wenn die Raten durch Familien und Freundesbesuche und aufgrund zuvor beschlossener Lockerungen in die Höhe schießen.   ...

Meine optimistische Aussage bezieht sich hauptsächlich auf die technischen Details der Pandemie in Marokko aufgrund der veröffentlichten Zahlen und einem Versuch einer Bewertung.

Wenn man nur die täglich veröffentlichten Zahlen liest, dann sieht man nicht unmittelbar die wirkliche Bedeutung dahinter. Erst die Zahlen im zeitlichen Verlauf und im Vergleich zueinander gesetzt, geben ein überschaubares Bild der Situation und erleichtern das Verstehen der Vorgänge: Lernen aus der Vergangenheit, bewerten der aktuellen Lage und abschätzen der vermutlichen zukünftigen Entwicklung. Diese ergänzenden Informationen versuche ich mit meinen Diagrammen den Lesern im Forum zu geben.

Ich weiß natürlich nicht, ob das auch die Entscheider in der Regierung so sehen, auf welcher Basis sie die Entscheidungen treffen und welche kulturellen, sozialen, technischen Aspekte u.a. sie berücksichtigen müssen.  Dazu kann ich nichts sagen, dazu kenne ich das Land und die Traditionen zu wenig.


(16.05.2020, 11:51)Erol-Nadori schrieb: ...  Saudi Arabien beispielsweise, welche momentan einen Lockdown zwischen 19 und 9 Uhr fahren, haben über die Eid Feiertage beschlossen einen 24h Lockdown für 5 Tage einzuführen.  ...

Die Maßnahmen in Saudi-Arabien sind vollkommen berechtigt und notwendig, denn die Situation in Saudi-Arabien lässt sich nicht mit der in Marokko vergleichen.

Marokko steht dank der vorgenommenen Maßnahmen gut da, es hat im Vergleich wenig Infizierte. Es hätte aber auch anders kommen können, so etwa wie in Saudi-Arabien, denn dort ist es eine noch andauernde nicht absehbare Katastrophe.

Obwohl beide Länder fast die gleiche Einwohnerzahl haben sind in Saudi-Arabien 
  • 8x so viele Infizierte, 
  • 10x mehr Neuinfizierte bei den maximalen Tageswerten, 
  • aktuell zurzeit 20x bis 40x mehr pro Tag an Neuinfizierten 
und die Neuinfektionen steigen in Saudi-Arabien weiter stark an, es ist kein Ende absehbar.

So hätte es auch im Marokko verlaufen können, ist es aber nicht.

Beide Länder haben fast die gleiche Anzahl von Einwohnern, sind also in dieser Hinsicht gut miteinander vergleichbar.

ca. 36 Millionen Einwohner in Marokko
ca. 34 Millionen Einwohner in Saudi-Arabien

insgesamt ca.   6.700 Infizierte in Marokko
insgesamt ca. 52.000 Infizierte in Saudi-Arabien (also etwa das 8-fache)

insgesamt 192 Todesfälle in Marokko
insgesamt 302 Todesfälle in Saudi-Arabien


Marokko: 
[attachment=172]
großes Bild: https://www.bilder-upload.eu/bild-aa42eb-1589673922.jpg.html

Spitzenwerte waren ca.  200 Neuinfektionen pro Tag in Marokko.
zuletzt aktuell bei ca. 50-100 Neuinfektionen pro Tag,
der Kurvenverlauf ist schon absteigend.
siehe:
[attachment=173]


Saudi Arabien:
[attachment=174]
großes Bild: https://www.bilder-upload.eu/bild-49bb25-1589675094.jpg.html

Spitzenwerte sind aktuell ca. 2.000 Neuinfektionen pro Tag in Saudi-Arabien (also etwa das 10-fache).
im Vergleich zu Marokko: bei den aktuellen Neuinfektionen ist das mehr als das 20-40 fache in Saudi-Arabien!!!
der Kurvenverlauf ist hier noch immer steil ansteigend.
siehe:
[attachment=175]


Quelle für die Infektionszahlen:
https://coronavirus.jhu.edu/map.html


LG. Gero

PS: Vom Glück bevorzugt ist der, der jetzt in Marokko leben kann und nicht in Saudi Arabien leben muss!
      Ganz wenig Infizierte hier in Marokko, freundliche Menschen, kein Stress, viel Sonne, ... , 
      hier kann man glücklich sein, wenn man nicht arbeiten muss.


RE: Aufhebung der Maßnahmen: Die wichtigsten Szenarien - FouadF - 17.05.2020

Szenarien zur Aufhebung der COVID19-Maßnahmen
Kurze Zusammenfassung aus der Untersuchung der HCP, 16. Mai 2020

Vorsicht ist geboten, bevor die für den 20. Mai geplante Freigabe erfolgt. Es steht viel auf dem Spiel, da eine Gesamtstrategie definiert werden muss, um die sozioökonomischen Aktivitäten im Land wieder in Gang zu bringen und gleichzeitig eine zweite Kontaminationswelle mit dem Coronavirus zu vermeiden. Im Rahmen dieser Überlegungen stellt die Kommission für Planung (HCP) in ihrer Studie „Covid-19-Pandemie im nationalen Kontext: Situation und Szenarien“ verschiedene Szenarien vor, deren Hauptlinien wie folgt lauten:

Referenzszenario für die „natürliche Evolution“:

Dieses Szenario ist ein Lehrbuchfall, der eine natürliche Entwicklung der Pandemie ohne Maßnahmen voraussetzt und sich somit auf die Mehrheit der Bevölkerung erstreckt, bis eine mögliche Durchseuchung (Verbreitungsgrad einer Infektionskrankheit bis eine dauerhafte Immunität) erreicht ist. Dieses theoretische Szenario ermöglicht es tatsächlich, die Leistungen der anderen Szenarien zu messen. Dies würde zu einem Höhepunkt der Epidemie führen, der früh erreicht wird, wenn eine sehr hohe Anzahl infizierter Fälle einen hohen Druck auf das Gesundheitssystem und eine hohe Todesrate hervorruft. Dieses Szenario würde letztendlich zu einer Kontamination von etwa 80% der Bevölkerung führen.

Trendszenario:

Dieses Szenario verlängert die aktuelle Situation, wenn alle anderen Dinge gleich sind, d.h. alle bereits ergriffenen Maßnahmen werden beibehalten. Die Anzahl der Reproduktionen R0 für dieses Szenario und seine Parameter werden aus den tatsächlich beobachteten Daten geschätzt und gegenüber dargestellt. Wenn R0 <1 beträgt, bedeutet dies, dass die Pandemie abnimmt und zum Verschwinden neigt. Andererseits wird sich SARS-COV2 aus epidemiologischer Sicht, solange es keinen Impfstoff oder keine erworbene Immunität der Gemeinschaft gibt, mit dem Risiko eines Rückfalls weiter ausbreiten. Daher müssen Szenarien mit positiven wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen berücksichtigt werden, während einerseits die Übertragungsrisiken und andererseits der Druck auf das nationale Gesundheitssystem kontrolliert werden.

"Generalisiertes" Szenario:

Dieses Szenario sieht eine Aufhebung der Maßnahmen für die gesamte Bevölkerung unter 65 Jahren ohne chronische Krankheit (27,5 Millionen) vor. Es geht von einer Anzahl von 2.000 infizierten Fällen aus, die zum Zeitpunkt der Aufhebung der Maßnahmen registriert waren. Sobald die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus aufgehoben werden, erhöht sich die Anzahl der Kontakte pro Tag. Damit würde unter der Annahme von Selbstschutzmaßnahmen der R0 auf 1,25 schnellen. Eine Simulation auf dieser Basis würde in 100 Tagen zur Infektion von 8% der Bevölkerung führen. Das Gesundheitssystem wäre in 62 Tagen mit nur einer Hospitalisierungsrate von 10% der infizierten Fälle überfordert.

Eine Variante dieses Szenarios ohne Anwendung von Selbstschutzmaßnahmen würde nach 100 Tagen zur Infizierung von nahezu 50% der Bevölkerung führen. Das Gesundheitssystem wäre in 28 Tagen mit nur einer Hospitalisierungsrate von 10% der infizierten Fälle überfordert. Dieses Szenario entspräche dann dem der „natürlichen Evolution“.

"Breites" Aufheben der Maßnahmen:

Dieses Szenario der erwerbstätigen aktiven Bevölkerung unter 65 Jahren und der unter 15 Jahren, die nicht an chronischen Krankheiten leiden (16,7 Millionen), zielt darauf ab, die Wirtschaft zu öffnen und eine allmähliche Rückkehr zu sozialen Aktivitäten zu erlauben. Es wird auch von einer Anzahl von 2.000 infizierten Fällen ausgegangen, die zum Zeitpunkt der Aufhebung der Maßnahmen registriert waren. Dieses würde die Anzahl der Kontakte infizierter Personen pro Tag um 24% erhöhen und folglich die Anzahl der Infektionen erhöhen, wodurch der R0 im Falle der Aufrechterhaltung der Selbstschutzmaßnahmen auf 0,94 steigen würde. Diese Simulation ergibt 31.663 bestätigte positive Fälle in 100 Tagen mit einem Peak von 3.200. Dies würde zu einem maximalen Bedarf an 3.200 Krankenhausbetten (100% Krankenhausaufenthalt) und 160 Wiederbelebungsbetten (5% der Infizierten) führen und zu 1.27 Todesfällen (4% der Infizierten) führen.

Eine Variante dieses Szenarios ohne Anwendung von Selbstschutzmaßnahmen würde nach 100 Tagen zu einer Reihe von infizierten Personen führen, die auf mehr als 844.000 Fälle ansteigen würden. Mit diesen Zahlen wären die nationalen medizinischen Kapazitäten in 50 Tagen erschöpft. In 100 Tagen könnte das Gesundheitssystem nur 7% der Infizierten im Krankenhaus aufnehmen.

"Eingeschränktes" Szenario:

In diesem Szenario wird davon ausgegangen, dass die in der Wirtschaft tätige Bevölkerung durch die erwerbstätige aktive Bevölkerung unter 65 Jahren ohne chronische Krankheit (7,9 Millionen) definiert wird. Ihr Ziel ist es, die Wirtschaft zu öffnen, ohne die Bevölkerung zu gefährden, bei der das Risiko besteht, Komplikationen aufgrund dieser Krankheit zu entwickeln. Dieses Szenario setzt 2.000 infizierte Fälle zum Zeitpunkt der Aufhebung der Maßnahmen voraus. In diesem Szenario würde die Anzahl der Kontakte infizierter Personen pro Tag um 13% mit einem R0 von 0,87 zunehmen und daher die Anzahl der Infektionen erhöhen. Dieses Szenario würde zu einer Zahl von 18.720 bestätigten positiven Fällen führen, die sich in 100 Tagen mit einem Höchstwert von 3.200 infizierten Fällen angesammelt haben. Dies würde einen maximalen Bedarf von 3.200 Krankenhausbetten (100% Krankenhausaufenthalt von Infizierten) und 160 Wiederbelebungsbetten (5% von Infizierten) erzeugen und zu 748 Todesfällen (4% von infizierten) führen.

Eine Variante dieses Szenarios ohne Anwendung von Selbstschutzmaßnahmen würde nach 100 Tagen auf mehr als 155.920 Fälle ansteigen. In diesem Fall wird auf der Grundlage der nationalen Kapazität in Bezug auf Krankenhausbetten und Wiederbelebung geschätzt, dass die nationale Strategie, 100% der infizierten Fälle ins Krankenhaus zu bringen, in 75 Tagen an ihre Grenzen stößt.

Ziel dieser Übung ist es vor allem, dem HCP eine experimentelle Wissensbasis zu einem neuen Thema zur Verfügung zu stellen, die es später nutzen sollte, um den nationalen Kontext der Pandemie unter den Austrittsbedingungen besser zu kennen. …


RE: Corona-Virus in Marokko - Erol-Nadori - 17.05.2020

Hallo Gero,

erst einmal vielen Dank für die detallierte Gegenüberstellung der beiden Länder in Bezug auf Zahlen und Fakten. Natürlich hast du Recht, Marokko steht weitaus besser dar als Saudi Arabien. Gerade eben noch berichtete mir ein Freund, der dort lebt, von 2800 neuen Fällen seit gestern. Das ist natürlich ungeheuerlich und steht in keinem Vergleich zu Marokko. Dennoch habe ich Angst, dass die Regierung nicht so analytisch an die Sache geht wie du. Ich kann mir vorstellen, dass Marokko, gerade was die Handhabe über die Eid-Festtage anbelangt, auf andere muslimische Länder schielt, auch wenn diese analytisch nicht vergleichbar sind (Saudi Arabien). Hoffen wir, dass die Regierung ein Mittelmaß zwischen gesundheitlichem Schutz und Bedürfnissen der Wirtschaft sowie jedem Individuums findet.

Und auch mit deinem letzten Absatz hast du natürlich Recht, deshalb ist Marokko meine Wahlheimat. Dennoch sind die Restriktionen, zumindest für uns als Familie mit 3 kleinen Kindern, mittlerweile schwer aushaltbar. Marokko ist halt ein Land was draußen lebt, gerade für Kinder ist es nicht leicht die Welt nur noch durchs Fenster von drinnen zu erleben. Ich kenne einige befreundete Familien, die Nachts Spaziergänge machen und weiter, davon sehe ich aber ab, da ich davon überzeugt bin, dass die Einhaltung der Maßnamen zur schnellstmöglichen Lockerung führt.

Gruß


RE: Corona-Virus in Marokko - Maghribi - 17.05.2020

Entdeckung von 3 Clustern in Casablanca, Fälle von Kontamination nehmen zu
17. Mai 2020

Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Entdeckung von drei Kontaminationsherden in Casablanca zurückzuführen, in denen 99 Fälle registriert wurden. Die Klassifizierung der Regionen ändert sich nicht, aber die Region Casablanca-Settat konzentriert jetzt 30% der Gesamtzahl der Fälle in Marokko. Kommt nach der Region Marrakesch-Safi, Tanger-Tétouan-Al Hoceima, Fès-Meknès, dann Rabat-Salé-Kénitra und Drâa-Tafilalet. Das Gesundheitsministerium behauptet auch, dass 84% der Neuerkrankungen im Rahmen von Folgemaßnahmen für Kontaktpersonen ermittelt wurden.

Die nach negativen Virustests ausgeschlossenen Fälle erreichten 4.824 Fälle, während 3.018 Personen noch unter ärztlicher Aufsicht stehen. Die Anzahl der Todesfälle bleibt unverändert, da in den letzten 24 Stunden keine neuen Todesfälle gemeldet wurden. Die Covid-19-Sterblichkeitsrate liegt bei 2,8%. Mit 173 Heilungen in den letzten 24 Stunden hat die Gesamtzahl der Remissionen seit Beginn der Pandemie 3.660 erreicht, was einer Gesamtrate von 53,3% entspricht.

Infiziert: 6.741
Geheilt: 3.487
Todesopfer: 192
Negativ getestet: 78.263


Le Matin


RE: Corona-Virus in Marokko - Maghribi - 17.05.2020

Marokkanische Forscher analysieren mehr als 3.000 Genome des Virus
17.Mai 2020
 
[Bild: f6fc4a52c2fa164fb4f59684af2fb6cc.jpg]
 
Marokkanische Forscher haben es geschafft, mehr als 3.000 Genome des Covid-19-Virus im Rahmen eines internationalen Projekts zur entschlüsseln.
 
Die Studie, die auf der Preprint-Plattform verfügbar ist, ermöglicht es, die geografische Verteilung von Virusgenomen in mehr als 58 Ländern zu bestimmen und die genetische Vielfalt, die Entwicklung des Virus und das wichtigste, die genetischen Veränderungen in seinem Genom zu beschreiben. Damit können seine Mutationen identifiziert werden. …
 
La Matin


RE: Aufhebung der Maßnahmen: Die wichtigsten Szenarien - Gero - 18.05.2020

(17.05.2020, 12:21)FouadF schrieb: Szenarien zur Aufhebung der COVID19-Maßnahmen
Kurze Zusammenfassung aus der Untersuchung der HCP, 16. Mai 2020

Vorsicht ist geboten, bevor die für den 20. Mai geplante Freigabe erfolgt. Es steht viel auf dem Spiel, da eine Gesamtstrategie definiert werden muss, um die sozioökonomischen Aktivitäten im Land wieder in Gang zu bringen und gleichzeitig eine zweite Kontaminationswelle mit dem Coronavirus zu vermeiden. Im Rahmen dieser Überlegungen stellt die Kommission für Planung (HCP) in ihrer Studie „Covid-19-Pandemie im nationalen Kontext: Situation und Szenarien“ verschiedene Szenarien vor, deren Hauptlinien wie folgt lauten:
...

"Breites" Aufheben der Maßnahmen:

Dieses Szenario der erwerbstätigen aktiven Bevölkerung unter 65 Jahren und der unter 15 Jahren, die nicht an chronischen Krankheiten leiden (16,7 Millionen), zielt darauf ab, die Wirtschaft zu öffnen und eine allmähliche Rückkehr zu sozialen Aktivitäten zu erlauben. Es wird auch von einer Anzahl von 2.000 infizierten Fällen ausgegangen, die zum Zeitpunkt der Aufhebung der Maßnahmen registriert waren. Dieses würde die Anzahl der Kontakte infizierter Personen pro Tag um 24% erhöhen und folglich die Anzahl der Infektionen erhöhen, wodurch der R0 im Falle der Aufrechterhaltung der Selbstschutzmaßnahmen auf 0,94 steigen würde. Diese Simulation ergibt 31.663 bestätigte positive Fälle in 100 Tagen mit einem Peak von 3.200. Dies würde zu einem maximalen Bedarf an 3.200 Krankenhausbetten (100% Krankenhausaufenthalt) und 160 Wiederbelebungsbetten (5% der Infizierten) führen und zu 1.27 Todesfällen (4% der Infizierten) führen.
...

und auch hier:

Coronavirus in Marokko und Dekonfinierung: Die apokalyptischen Szenarien von HCP
YABILADI - 2020.05.17 um 10:00 Uhr

https://www.yabiladi.com/articles/details/93670/coronavirus-maroc-deconfinement-scenarios-apocalyptiques.html

Das HCP veröffentlichte seine Szenarien der epidemiologischen Situation im Lichte der Dekonfinierung auf der Grundlage seiner Daten und der des Gesundheitsministeriums unter Verwendung des SIR-Modells. Das optimistischste Szenario prognostiziert jedoch 18.720 kumulierte bestätigte positive Fälle und 748 Todesfälle in 100 Tagen.

...


Alles verstanden in diesen Berichten?

Wer versteht das wirklich?
Welche Politiker verstehen das?
Für wen ist das eine Hilfestellung bei der Entscheidung zur Dekonfinierung?

Was soll das mit der unterschiedlich genannten Bevölkerungsanzahl?
Einmal 27,5 Millionen, dann 16,7 Millionen oder 7,9 Millionen? Ob alt oder jung, krank oder gesund, aktiv und/oder gewerbstätig, insgesamt über 36 Milllionen Menschen gibt es in Marokko und man kann nicht einfach einen Teil wegsperren oder einfach in der Berechnung weglassen, wie wenn sie nicht existieren würden. Was soll diese Zahlenspielerei? Jeder kann sich infizieren, nur die Auswirkungen können unterschiedlich schwer für den Betroffenen sein.

Wie ist das mit dem Reproduktionsfaktor?
Wie wird er berechnet? Es gibt unterschiedliche Berechnungsmethoden, aber dazu schweigt man sich aus. Damit sind alle hier genannten Angaben nicht nachvollziehbar. Einmal wird ein R0 von 1,248 genannt, dann ein Wert von 0,94 oder 0,864 usw.  Von wo kommen diese Werte denn her, bei Amazon und Co. kann man sie jedenfalls nicht einfach so beziehen, um dann damit ganz leicht die Pandemie zu steuern wie man es braucht.

Was ist immer mit dieser Annahme von 2.000 infizierten Fällen als Basis?
Marokko hatte noch nie 2.000 Neuinfektionen pro Tag. Die maximalen Spitzenwerte lagen 2x über 250 und 2x über 200, sonst immer unter 200 Fällen. Aber mit dem 10-fachen Phantasie-Wert kann man scheinbar ein besseres Horror-Szenario zeichnen!


Grausam sind diese wissenschaftlichen Berichte! Es kann nichts nachgerechnet und nachgeprüft werden.
Und verstehen tut das sowieso keiner!

LG. Gero


RE: Corona-Virus in Marokko - Gero - 18.05.2020

(17.05.2020, 18:52)Maghribi schrieb: Entdeckung von 3 Clustern in Casablanca, Fälle von Kontamination nehmen zu
17. Mai 2020
 ...
 
[Bild: 46225521-37016047.jpg]
 ...


Als Ergänzung dazu die Verteilung nach Region:

[attachment=176]

Seit dem 06.05.2020 wird nicht mehr die Anzahl der Infizierten in der Region angegeben, sondern der prozentuelle Anteil. 

Somit liegt seit dem 06.05.2020 die Gesamtanzahl von allen Regionen immer fest bei 100%, es bleibt konstant immer auf 100%, es wird nie mehr steigen, die Pandemie ist begrenzt worden auf 100%. Vielleicht glaubt man, das gibt allen ein gutes Gefühl, wenn die Zahlen nicht mehr steigen und so wäre es auch viel übersichtlicher!!

Leider ein fataler Irrglaube!!!

Am Samstag, 16.05.2020 hatte die Region Marrakesch noch 18,62% und heute am Sonntag nur mehr 18,37%, also um -0,25% niedriger als davor. 
Gab es in der Region Marrakesch einen Rückgang bei den Infizierten?
Die die gestern infiziert waren sind heute nicht mehr infiziert, oder wie geht das? 

Alles leider nur eine optische Täuschung!

Tatsächlich stieg in der Region Marrakesch die Gesamtanzahl der Infizierten von gestern 1.255 auf heute 1.262  (also um +7 Fälle), aber das sieht keiner mehr.

In der Region Casablanca stieg die Gesamtanzahl der Infizierten von 28,78% auf 29,68% also um +0,90% und das scheint ja ganz wenig zu sein. 
Leider ist es das aber ganz und gar nicht. 
Denn der Anstieg von 0,90% bezieht sich auf die bisherigen Gesamt-Infektionen in Marokko und das ergibt dann stattliche +99 Neuinfizierte in Casablanca und damit insgesamt 2.039 Infizierte. 

Ach, wie niedlich klein sind doch die Prozent-Werte im Vergleich zu den brutalen absoluten Zahlen.

Man kann nicht mehr erkennen, ob die Fallzahlen in einer Region steigen, gleich bleiben oder sinken.
Die Statistik hat ihren Wert als Übersicht verloren.
Mit den Prozent-Werten wird jetzt eine heile Welt vorgegaukelt, die es nicht gibt!

Bei einer offiziellen Statistik-Seite vom Gesundheitsamt hätte man eigentlich schon mehr erwarten können.
- Die absolute Anzahlen sind wichtig, fehlen aber,
- die prozentuelle Verteilung wäre eine gute Ergänzung,
- ebenso die Veränderung zum Vortag (absolut und prozentual)
- und eine Historie der vorherigen Tagen habe ich auch nicht gefunden.

Grausam, aber vielleicht kommt es noch (bei der nächsten Pandemie).
Heute reicht es mir wirklich mit den Zahlen-Spielereien, die ich hier und in meinem vorhergehenden Posting gesehen und kritisiert habe.

LG. Gero


RE: Corona-Virus in Marokko - Thomas Friedrich - 18.05.2020

Hallo Gero,

oft ist es so dass sich Personen die selbst die Übersicht verloren haben so kompliziert ausdrücken, dass ihnen niemand mehr folgen kann.
Das soll dann über ihre eigenen Mängel hinwegtäuschen.
Gut zu beobachten ist dies auch häufig bei unseren deutschen Poliikern!

Mit besten Grüßen,


Thomas


RE: Corona-Virus in Marokko - FouadF - 18.05.2020

(18.05.2020, 01:02)Gero schrieb:
(17.05.2020, 12:21)FouadF schrieb: Szenarien zur Aufhebung der COVID19-Maßnahmen
Kurze Zusammenfassung aus der Untersuchung der HCP, 16. Mai 2020

Vorsicht ist geboten, bevor die für den 20. Mai geplante Freigabe erfolgt. Es steht viel auf dem Spiel, da eine Gesamtstrategie definiert werden muss, ...

und auch hier:

Coronavirus in Marokko und Dekonfinierung: Die apokalyptischen Szenarien von HCP
YABILADI - 2020.05.17 um 10:00 Uhr

https://www.yabiladi.com/articles/details/93670/coronavirus-maroc-deconfinement-scenarios-apocalyptiques.html

Das HCP veröffentlichte seine Szenarien der epidemiologischen Situation im Lichte der Dekonfinierung auf der Grundlage seiner Daten und der des Gesundheitsministeriums .
..


Im Folgenden ein, meine ich, transparenter Bericht
vom 17. Mai 2020 von Le Matin


Post-Covid-19-Strategie: Die marokkanische Gesellschaft für Notfallmedizin legt drei Voraussetzungen fest, um aus der Krise herauszukommen

[Bild: Affiche-SMMU-2018.jpg]


Das wissenschaftliche Büro der Marokkanischen Gesellschaft für Notfallmedizin (SMMU) hat drei Voraussetzungen für den Ausstieg aus der Krise im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie (Covid-19) angekündigt. Es geht darum, einen Impfstoff zu entwickeln, eine ausreichende kollektive Immunität zu haben, aber auch eine stärkere Anpassung an die auferlegten Maßnahmen sicherzustellen.

Für dieses wissenschaftliche Komitee besteht die einzige Lösung für die aktuelle Krise in der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus, der einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Das wissenschaftliche Büro der SMMU befürwortet auch die Entwicklung einer ausreichenden kollektiven Immunität, die ein gewisses Maß an sozialem Schutz bietet, wie dies bei der saisonalen Influenza der Fall ist. Drittens besteht er auf einer dauerhaften Änderung des Verhaltens der Gesellschaft, um sich an die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu gewöhnen und sich an diese anzupassen. Dazu gehört die Einführung schrittweiser und fortschreitender Aufhebung der Maßnahmen, um eine niedrige Infektionsübertragungsrate aufrechtzuerhalten. "Unserer Meinung nach wird diese letzte Maßnahme es ermöglichen, aus der derzeit verhängten Ausgangssperre auszusteigen, insbesondere da in Marokko nur eine geringe Ausbreitung von Krankheiten, Krankenhausaufenthalte auf der Intensivstation und Sterblichkeit zu verzeichnen sind", erklärt dieselbe Quelle.

Darüber hinaus klassifiziert die SMMU die aufzuhebenden Beschränkungen im Hinblick auf die Möglichkeit der Ausbreitung der Infektion in drei Stufen, um eine schrittweise Aufhebung der Eindämmung zu erreichen. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Aktivitäten mit geringem Risiko, beispielsweise als Einzelübungen im Freien mit der Aufrechterhaltung des obligatorischen Tragens von Masken und der Einhaltung individueller Schutzmaßnahmen. Dann werden die Aktivitäten mit mittlerem Risiko mit Eröffnung von nicht wesentlichen Geschäften, Treffen zwischen Menschen, die nicht unter einem Dach leben, Gebet in Moscheen außer Freitag, Versammlungen mit höchstens 50 Personen und Inlandstourismus. Schließlich Aktivitäten mit hohem Risiko, einschließlich der Rückkehr zum normalen Arbeitssystem, der Rückkehr der Schüler zur Schule, der Beseitigung der Isolation von Patienten und Kontaktpersonen.

"Die Kontrollen müssen multipliziert werden, um die positiven Fälle effektiv zu isolieren und die möglichen Herde zu definieren, bis ein Impfstoff vorliegt", empfiehlt die SMMU uns stellt fest, dass "wir noch mindestens 6 Monate mit der Pandemie leben werden".


RE: Corona-Virus in Marokko - Maghribi - 18.05.2020

Ausgangssperre bis zum 10.06.2020 verlängert
18. Mai 2020
 
Das Dekret zur Verlängerung des Gesundheitszustands in Marokko wird morgen im Regierungsrat verabschiedet. Diese Entscheidung stützte sich auf mehrere Indikatoren, die zeigten, dass die epidemische Situation in Marokko zwar stabil ist, aber noch nicht vollständig unter Kontrolle ist.
 
Tatsächlich zeigen Zahlen des Gesundheitsministeriums, dass die Reproduktionsrate des Virus, die jetzt 0,9% beträgt, die von Spezialisten für eine Sicherheitsmarge empfohlene kritische Schwelle noch nicht unterschritten hat, nämlich 0,7%. Marokko verzeichnete zu Beginn der Epidemie eine Rate von 2,5%. Die auf 3% festgelegte Sterblichkeitsrate erreichte ebenfalls nicht die erwarteten Ergebnisse, obwohl sie von mehr als 7% zu Beginn der Epidemie auf heute 2,8% zurückging.
 
Der andere Indikator, der die Regierung beunruhigt, ist die Vermehrung epidemischer Cluster. Nach Angaben des Regierungschefs hat Marokko bisher 467 Ausbrüche in 10 Regionen festgestellt. Diese Ausbrüche beherbergten nicht weniger als 3.800 Infektionen oder 56% der gesamten im Staatsgebiet festgestellten Kontaminationen.
 
Zur Erinnerung: Der Gesundheitszustand wurde im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung der Coremavirus-Pandemie ausgerufen, von der bis heute nicht weniger als 6.930 Bürger betroffen waren und 192 Menschen getötet wurden. Er trat in Kraft in Kraft am 20. März und sollte zunächst am 20. April auslaufen, bevor die Behörden beschlossen, den bis zum 20. Mai, zu verlängern.
 
Le Matin
Aujourd'hui.ma


RE: Corona-Virus in Marokko - Gero - 18.05.2020

(18.05.2020, 12:37)FouadF schrieb: Im Folgenden ein, meine ich, transparenter Bericht 
vom 17. Mai 2020 von Le Matin

Post-Covid-19-Strategie: Die marokkanische Gesellschaft für Notfallmedizin legt drei Voraussetzungen fest, um aus der Krise herauszukommen
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Für dieses wissenschaftliche Komitee besteht die einzige Lösung für die aktuelle Krise in der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus, der einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Das wissenschaftliche Büro der SMMU befürwortet auch die Entwicklung einer ausreichenden kollektiven Immunität, die ein gewisses Maß an sozialem Schutz bietet, wie dies bei der saisonalen Influenza der Fall ist. Drittens besteht er auf einer dauerhaften Änderung des Verhaltens der Gesellschaft, um sich an die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu gewöhnen und sich an diese anzupassen. Dazu gehört die Einführung schrittweiser und fortschreitender Aufhebung der Maßnahmen, um eine niedrige Infektionsübertragungsrate aufrechtzuerhalten. "Unserer Meinung nach wird diese letzte Maßnahme es ermöglichen, aus der derzeit verhängten Ausgangssperre auszusteigen, insbesondere da in Marokko nur eine geringe Ausbreitung von Krankheiten, Krankenhausaufenthalte auf der Intensivstation und Sterblichkeit zu verzeichnen sind", erklärt dieselbe Quelle.  ...


Die Zeitungsberichte von HCP waren entweder vorher schon unverständlich oder wurden von den Reportern nicht verstanden und bis zur Unkenntlichkeit gekürzt.

Diese Gesellschaft SMMU weiß wenigstens wovon sie redet und es ist auch verständlich.
- die Impfung wird irgendwann kommen, derzeit keine Lösung
- die Herden-Immunität gibt es vielleicht einmal, derzeit keine Lösung.
- Änderung des Verhaltens der Menschen, derzeit die einzige Möglichkeit, aber schwer durchsetzbar.

Und der letzte Satz ist sehr zutreffend und über den sollten die Entscheider nachdenken:

"Unserer Meinung nach wird diese letzte Maßnahme( ...  schrittweiser und fortschreitender Aufhebung der Maßnahmen, um eine niedrige Infektionsübertragungsrate aufrechtzuerhalten ... ) es ermöglichen, aus der derzeit verhängten Ausgangssperre auszusteigen, insbesondere da in Marokko nur eine geringe Ausbreitung von Krankheiten, Krankenhausaufenthalte auf der Intensivstation und Sterblichkeit zu verzeichnen sind"