Guter Shakir - Schlechter Shakir
#1
Big Grin 
Shakir.
Registriert: 03/05/2006 


Guter Shakir - Schlechter Shakir

Teil 1 





Fürchterlich, einfach grausam. 

Nichtsahnend bin ich um 2 Uhr nach Hause gegangen. 

Es war ein sehr stressiger Arbeitstag. 

Astrid musste noch was für mich tippen.

Nicht viel, nur ein wenig. 

Sie fährt morgen in Urlaub. 

Ich selber musste noch Überstunden machen. Die ganze Buchhaltung... 

Lineare oder degressive Abschreibung? Der Fuhrpark war dran. 

Ich rechnete die degressive Möglichkeit durch und anschießend die lineare. 

Ich machte sehr viele Rechenfehler! 

Wo war ich nur mit meinen Gedanken? 

Ich habe mich dann für die degressive Abschreibung entschieden mit einem Wechsel zur linearen. 

Ja, es geht... nach § 7 Abs. 3 Satz1 ESTG. 



Astrid packte im Büro ihre Koffer. 

Wirklich eine aufmerksame, feinfühlige Frau - kam extra noch, um zu tippen; 

dabei waren nicht mal ihre Koffer gepackt. 

Ich nahm es ihr nicht übel, dass sie mal wieder berufliches nicht vom Privaten trennen konnte. 

Sie redete... und redete, redete und redete... 

Astrid redet immer viel. 

Sie freute sich sehr auf ihren Urlaub. 

Während sie erzählte, durfte ich beobachten, wie sie ihre Parfümflasche holte und sich damit vollsprühte. 

Immer diese Frauen und das Rumsprühen - und das ohne Vorwarnung. Atme ein oder stirb! 

Wir Männer haben es hart - müssen viel einstecken. Vor allem unsere Nasen....

Kein Wunder, dass unsere Nasen im Alter wachsen und an Leistungsfähigkeit verlieren. 

Ich blickte auf den Feuerlöscher - inspiriert von einem alten, hochintelligenten und humorvollen Kollegen,

der mir mal sein Leid mit den Frauen dieser Welt kund tat und im Feuerlöscher eine gute Gegenreaktion sah. 

Dazu kam es nicht...

Parfümflasche gegen Feuerlöscher!

Astrid gegen Shakir!

Frau gegen Mann!

Rafinesse gegen Stärke! 

Wer hätte da gewonnen? 



Ist doch egal...!



Astrid geht morgen in Urlaub ... und mich ewartet zuhause eine wundervolle Frau, 

die ich, wenn ich nach Hause komme, schlafend vorfinde...

Sie sieht so niedlich aus, wenn sie schläft. 

Astrid zog sich ihren Mantel an . 

Da draußen ist es eisig kalt. Regen in Strömen....

Sie kam auf mich zu... drückte mich ganz fest an sich. 

Währenddessen hielt ich ganz unaufällig die Nase fest.. und hoffte, dass ich die Prozedur überlebe. 

Ich dachte an "Eau de Klo".

Es stank erbärmlich. 

Ich befreite mich aus ihren Fängen und tat so als müsste ich niesen. 

Schließlich musste ich mir ja eine Ausrede einfallen lassen und holte schnell ein Taschentuch. 



Astrid war glücklich - endlich Urlaub. Sie ging zielsicher zur Tür, 

drehte sich noch ein letztes Mal um und schaute mich an. 

Schaute mir aus Vier-Meter-Entfernung ganz tief in die Augen, durchbohrte mich 

förmlich und grinste. 



Und grinste... 



Dann sagte sie mit fester Stimme: "Christian Dior, Dolce Vita" 

Verschmitzt musste ich auf den Boden blicken. Dann hörte ich nur noch

das laute Knallen der Tür.

Frauen... tze tze tze... 

Ich machte noch alles fertig - packte meine Sachen, ging runter und setzte

mich in meinen BMW - ab in den verdienten Feierabend...

Ich freute mich schon auf dieses schlafende, niedliche und unschuldige Gesicht.



Zuhause angekommen, steckte ich den Schlüssel ins Hausschloss. 

Nicht passierte... nichts... 

Die Tür öffnete sich nicht. 



Der Regen wehte mir von der Seite ins Gesicht. 

Was ist nur los?



Ich habe die Welt nicht verstanden! Nach einer Weile klopfte ich wie wild an der Tür!

Ich wollte nicht mit dem Regen verschmelzen. Ich wollte nicht, dass mich das gleiche 

Schicksal trifft. Ich wollte nicht vergessen werden, wie ein Regentropfen von gestern.

Es überkamen mich Ängste... 

Verlustängste... 



Ich schrie: "Salima, mach mir auf!" 

Klopfte an die Fenster und brüllte: "Salima......Salima!" 



Meine Nachbarin Manssana von Ratón machte das Fenster vom Nachbarhaus auf und lachte laut! Sie war so ein kleiner Teufel, der über alles Bescheid wusste. Immer gut informiert! Immer neugierig! Immer am Fenster...! Ziggis und ne Wodkaflasche in der Hand! Sie hatte eine raue Stimme und ihren Atem konnte ich in der ganzen Kälte sehen..... Sie sagte hustend, nach dem sie an ihrer Marlboro zog und einen Schluck aus der Flasche zu sich nahm: "Deine Frau hat deine Klamotten und deinen Computer aus dem Fenster geschmissen!" 



Es war auf einmal ganz still!

Ich hörte nur noch den eisigen Wind um mich herumkreisen!

Eine Ewigkeit... 



Dann hustete Manssana von Ratòn wieder: "Du hast ne neue, was? Ne blonde Tussy! 

Ihr Schei s s-Araber seid eh Schweine..! Zuhause die Frauen kochen lassen und draussen mit deutschen Frauen rumvög....!" 

Sie war sehr respektlos! Ausserdem wusste sie nicht, dass ich Amazigh bin! 

Ach, wer weiss das schon ausser den Marokkanern! Marokkaner gleich Araber! 

Die Frau hat sie ohnehin nicht alle! Letztens hielt sie mich für einen Griechen! 

Morgen warscheinlich für einen Afghanen! Und irgendwann für einen Chinsen!



Ich fragte sie: Wen meinst du?

"Ach die Schwungschmiedel da, die olle Tante, deine blondy Sekretärin!" 

Sie meinte, ich hätte das im Internet breit getreten! Und Salima wäre sauer auf mich,

hätte das Schloss gewechselt und alle meine Sachen aus dem Fenster in den Garten geschmissen! 

Während meine Nachbarin von "Den Schaden meiner Gartenzwerge bezahlst du aber" redete, 

suchte ich nach einem Taschentuch! Meine Nase lief! 



"Ach Mensch", sagte ich, "das letzte Taschentuch habe ich im Büro verwendet!" 

Ich hätte es noch, wenn ich nicht so empfindlich gegen das Parfüm gewesen wäre und ich mich nicht hätte ausreden müssen!" 



Die Ausrede! Dieses Parfüm! Eigentlich hatte ich wieder was gut zu machen! Aber ich durfte nicht auf schlechte Gedanken kommen! Auch, wenn ich sauer war und zugleich traurig, so durfte ich nicht aus Trotz Verbotenes machen! Die Ehe ist was sehr heiliges!



Die alte Manssana sagte dann: "Liebchen, in meinem Bettchen ist noch ein Platz frei! Kann dich auch wärmen! Körpermasse habe ich ja!" Dabei lachte sie wieder so primitiv! Ihre verdreckten, gelben Zähne kammen zum Vorschein! Sie trank anschliessend den Rest ihrer Vodka-Flasche in einem Zug weg und zwinkerte mir zu. 

Sie kam runter! 

In Nachthemd..und Dinosaurierpantoffel...! 

Sie kam auf mich zu!



Ich schenkte ihr keine Beachtung..., ging zurück zu meinem Auto! 

Sie blieb stehen und schrie mir nach: "Schei s s männer - ich

habs auch noch drauf!" 



Ich fuhr zurück zu meinem Büro!

Dort sitze ich jetzt! Die Nase läuft nicht mehr!Ich bin aber unrasiert! 

Und auch nicht frisch! Dolce Vita wär jetzt nicht schlecht! 



Die ganze Situation ... 

Mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf.



Ich hatte immer noch die Worte von Massana im Ohr!

"Schei s smänner!" und "Ich habs auch noch drauf!"



Sie wusste nicht, dass ich meiner Frau immer treu bleiben werde! 



Inshallah! 




Fortsetzung folgt!
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#2
Guter Shakir - Schlechter Shakir

Teil 2 

Inshallah! 

Leider kommt es nicht immer so, wie man es sich vorstellt. 

Im Büro versuchte ich etwas zu schlafen, aber es gelag mir einfach nicht. 
Zu viele Gedanken durchkreisten meinen Kopf, der immer schwerer und schwerer wurde. 
Der Tag war so lang und es ist soviel passiert. 

Ich wusste nicht, was mit mir geschah. 

Der Abschied von Astrid, das umgebaute Schloß, das Geschrei von Manssana ... 

Ich schaute durch den Raum.
Meine Augen machten an einem Spiegel halt. 
Ich blickte ganz tief hinein. 
So, als wollte ich in mir hineinhorchen. 
Doch ich empfand nur Leere und ich fragte mich, wen ich überhaupt da sah. 

Was hat dieser Mann verbrochen?
Ist er fremd gegangen?
Nein! 
Findet er Astrid attraktiv? 
Vielleicht... 

Ach verdammt nochmal! Ja, ich finde sie attraktiv. 

Aber ist das ein Verbrechen? Können meine Gedanken etwa verletzen? 
Niemals hätte ich sie geäußert... schließlich weiß ich, wie verletzend das für den Partner sein kann. 
Und warum macht Salima aus einer Mücke einen Elefanten? Sie hat im Internet etwas gelesen, aufgeschnappt und meint 
über mich urteilen zu können - meine eigene Frau???!! Sie müsste mich doch am besten kennen. 
Und wieso spricht sich mich nicht zuerst an?! 

Leider kommt es nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Das ist typisch marokkanisch! 
Sieht man dich mit einer Frau, ist sie deine Geliebte.
Hast du Freunde, die sich betrinken und bekiffen, machst du das selbe. 
Kommst du nicht zur Moschee, bist du nicht mehr Muslim. 
Dabei sind sie es, die sich den Mund in den Moscheen fusselig reden, sich neusten Tratsch erzählen und vom geraden Weg abkommen. 
Männer mit frommer Hülle, tief religiös, aber in ihrem Inneren verdorben, wie eine saudische Dattel nach einer Weltreise. 
Außen glänzend, innen von Würmern zefressen.

Vielleicht ist meine weibliche Begleitung eine Geschäftsfrau, die ich betreuen möchte. 
Die besoffenen, bekifften Freunde haben vielleicht etwas herzliches an sich, 
was sie zu liebenswerten Menschen macht und die nur auf den geraden Weg 
zurückkehren können, wenn man ihnen Zeit gibt. Wieso sollte ich ihnen den Rücken kehren? 

Und das Fehlen in der Moschee hat auch seine Gründe. 
Vielleicht wird nun eine andere Moschee besucht: 
Die der Türken zum Beispiel, weil man sich unter Landsleuten unwohl fühlt. 
Meine Landsleute der älteren Generation - wenige unter ihnen sind mir sympathisch. 
Sie warten wie die Geier darauf, dass ihre Landsleute einen Fehler machen, 
um sie als Zielscheibe ihrer Intrigen nehmen zu können. 

Arbeitslose, herumlungernde Hartz IV-Empfänger, die perfekt ihre Rechte kennen. 
Sie wissen, wie sie die Arbeitsagentur ausbeuten können. 
Sie wissen, wie sie die Krankenkasse beschei s s en können. 
Sie wissen, wie sie Wohngeld kassieren können. 
Sie wissen, wo es was zu holen gibt. 
Aber ihre Pflichten, die kennen sie nicht. 

Sie tun alle so gönnerhaft, doch sind sie die Neider, vor denen ich mich hüten muss. 
Jeden Morgen lese ich die Schutzsuren aus dem Quran, damit ich vor ihnen sicher bin. 

Ich verstehe es einfach nicht: Wieso hinterfragen diese Menschen nicht, bevor sie ein Urteil fällen? 
Wieso hinterfragt Salima nicht... ?? 

Währenddessen sah ich im Spiegel, wie mir Tränen runterkullerten. 
Es ist die Enttäuschung über das Mißtrauen mir gegenüber. 
Die Tränen schmeckten bitter. 
Meine Augen waren rot und ich hatte tiefe Augenränder. 
Astrid hätte mir jetzt süffisant Hämorrhoidencreme gegen die tiefen Furchen emfpohlen. 
Meine Haare waren naß und fielen mir ins Gesicht. 
Selbst meine Strümpfe waren feucht - scheinbar hatte ich Löcher in den Schuhen. 

"Astrid muss mir morgen unbedingt neue besorgen," sagte ich mir und erinnerte mich schlagartig daran, dass sie morgen schon weit weg sein wird. 

Ich vermisste Astrid und der Gedanke, dass sie ohne mich glücklich sein wird, ärgerte mich. 
Und der Gedanke, dass sie dort einen Mann kennenlernen könnte, machte mich fürchterlich wütend. 

Meine Astrid.... 

ich habe sie vor 2 Jahren bei ihrem Vorstellungsgespräch kennengelernt. 

Lange, blonde, und samtweich glänzende Haare, die sie zu einem Zopf gebunden hatte. 
Feine, tiefschwarze Hose, weiße Bluse und einen tiefschwarzen, figurbetonten Blazer. 
Ihre Augen funkelten vor Selbstbewusstsein - eine Frau, die meine Sinne berührte. 
Eine Frau, die weiss, was sie will. 
Eine Frau, die hungrig nach Erfolg ist. 
Doch sah ich in ihr nur den Engel... 
Als sie zu sprechen anfing, kam es mir so vor, als würde sie mir vorsingen. 
Die Melodie dazu habe ich mir selbst vorgestellt und zwar so, wie es mir in den Kram passte. 
Ja - das ist meine Astrid. Meine Sekretärin! Ihr kann ich blind vertrauen, meine Gefühle mitteilen. 

Ich atmete tief durch die Nase ein und roch noch einen Hauch ihres Parfüms ... 
Ob sie mir wohl imponieren will? Sind das die typischen Köder der Frauen? 
Ist meine Astrid eine verführerische, listige Cleopatra? 
Sex mit Astrid käme für mich nie in Frage, ich habe doch eine Frau oder hatte eine. 

Ach was, das wird sich wieder klären. Es wird alles wieder gut. 
Salima und ich reden einfach miteinander und räumen alles aus der Welt, 
wir werden Kinder miteinander haben und gemeinsam alt werden. 
Unsere Ehe soll für die Ewigkeit halten. 

Ich bewegte meine Augen vom Spiegel zum Telefon und nahm mir den Hörer. 
Ich schaute mir die Tasten an. 
Unter der ersten Taste verbarg sich die Nummer von Astrid und 
unter der zweiten die Nummer von Salima. 

Ich wählte die .... 

Fortsetzung folgt!
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#3
Guter Shakir - Schlechter Shakir

Teil 3

Ich wählte die Nummer ohne Namen. 
Die Nummer, zu der ich keine Erinnerung mehr haben wollte. 
Die Nummer, zu der ich keine Erinnerung haben durfte. 
Die Nummer der Frau, der ich seit Jahren einen besonderen Platz in meinem Herzen schenkte. 
Und so sehr sich mein Verstand auch dagegen wehrte,
ich konnte sie nicht von dort verbannen. 

„Astarfillah Shakir – sei kein Übertreter.“„Du bist ein verheirateter Mann.“

„Ich bin nicht mehr deine Mutter.“

„Ich bin nicht mehr dein Vater.“

Höre ich sie sagen.

„Ich sagte dir doch, dass wir Aramäer sehr gläubige Christen sind.“

„Mein Vater wird dich töten, wenn er von uns erfährt.“

Höre ich sie einst sagen.

Stimmen…
Diese Stimmen – mögen sie doch nur verstummen.

Und während ich diese vertraute Nummer wählte,
dieser mir fremd gewordenen Frau,
blickte ich in die Ferne, in die kilometerweit entfernte Vergangenheit
auf unser letztes Telefonat zurück und
erinnerte mich daran, wie der vermeintlich perfekte Plan vom Ausgang dieser Beziehung 
in ein Desaster der Gefühle endete.
An das dann doch zu abrupte Ende, 
das schmerzvolle Scheitern,
an die Auswirkungen auf die Seele, 
die zur Einsicht führten, 
dass Liebe nicht verhandelbar ist und der Erkenntnis,
dass der Verstand ein skrupelloser Masochist ist.

Geborgenheit.
Nur geborgt.
Ein Anfang,
der das Ende ebnete.
Und den Beginn roter Tränen.

Ich schreckte auf als ich den letzten Wählton hörte.
Mache ich wirklich das Richtige?
Hat mich meine Vergangenheit etwa eingeholt?
Salima trifft keine Schuld.
Astrid darf ich nicht als Ersatz missbrauchen.

Wieso eigentlich nicht? 
Ich nehme mir das Recht.

Salima, Astrid oder sie?
Aber wer ist sie?
Ich kenne sie doch nicht mehr.
Wer bin ich?
Bin ich gut oder schlecht?
Ich bin ich. 

Der Vorhang geht auf und ich bin in meiner alten Welt.

Und ich lausche der Musik,
unserer Musik,
Nein - ihrer Musik. 
Ja - die ich mir nie anhören wollte.
Und sich jetzt in meinem Kopf abspielt
und fliege zurück zu dem Ort, 
welcher einst zwischen uns die Leidenschaft entfachte.

Die Bilder.
Mein Kopf.
Die Musik.

Es ist die Musik.
Die Musik soll endlich aufhören!
Warum ist sie so laut?
Warum wird sie lauter?



Ich schreie....




Fortsetzung folgt
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#4
Wo ist der Shakir.???
Es fehlen überall die Fortsetzungen...

[Bild: blauer-trauriger-smile2u9e.gif]
Haaaaaaaaalloooooooo!!!
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