Arbeitsmarktlage in Marokko
#41
(22.11.2020, 10:01)Marc99 schrieb:
(22.11.2020, 07:21)Keela schrieb: Ich finde eure Diskussion sehr interessant. Ich kann sie allerdings kaum lesen. Ich wäre dir, Marco, sehr dankbar, wenn du aufhören könntest immer wieder von "der Marokkaner" oder "der (marokkanische) Beamte" zu  schreiben.

«Rassismus umfasst Ideologien und Praxisformen auf der Basis der Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden, die implizit oder explizit bewertet und als nicht oder nur schwer veränderbar interpretiert werden.» (Johannes Zerger, Was ist Rassismus?, Göttingen 1997, S.81).

Hallo, 
das freut mich sehr das du mich gleich darauf hinweisst das es ich wohl ein Rassist sei. Nur als Hinweis, der Marokkanische Beamte.... hat nichts mit Abstammung zu tun. Ein Deutscher Beamter, könnte im übrigen Marokkanischer, Türkischer, Albanischer, Französischer, Spanier und so weiter.... Herkunft sein. Was stört sich jetzt an Marokkanischer Beamter? Nur mal so am Rande, es gibt sehr viele Französische Beamte die Marokkanischer Herkunft sind. 

Der Marokkanische Beamte sagt noch lange nichts über seine Herkunft aus! 

Möchtest du also abstreiten das es in Marokko keinen Egoismus, Korruption, Diebstahl, Betrug, Steuerhinterziehung, Schmuggel, Drogenproduktion gibt? 
Du möchtest mir nahelegen das es rassistische Aussagen sind, die nicht zutreffen? 

Wenn wir schon bei Rassismus sind, da fallen mir doch die ganzen Schwarzen noch ein, die Philippinen die in Marokko arbeiten als Hausmädchen, denen man die Pässe abnimmt und rund um die Uhr für die Herrschaften in Marokko arbeiten dürfen. Erinnert mich ein wenig an die Sklaverei, war ja auch erst kürzlich in den Medien ein Thema. Dazu passt eigentlich dein Zitat sehr gut.

Hallo Marco
nein, ich möchte nicht abstreiten, dass die von dir aufgeführten Handlungen in Marokko vorkommen. Ich weiß auch um die "Bonnes"  oder sonstige Dinge, die ich ablehne. 
Aber
ich wende mich gegen die sprachliche Verallgemeinerung: DIE Mrokkaner... DIE Beamten (in Marokko in  dem Fall). Och wende mich gegen diese sprachlichen Form, denn das ist rassistische Sprache.
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#42
55% der Marokkanischen Arbeitnehmer haben keinen Arbeitsvertrag oder eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Chef. Wahrlich paradisische Verhältnisse für Firmeninhaber oder Chefs.....
https://aujourdhui.ma/emploi/hcp-55-des-...de-travail
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#43
(22.11.2020, 11:03)Keela schrieb:
(22.11.2020, 10:01)Marc99 schrieb:
(22.11.2020, 07:21)Keela schrieb: Ich finde eure Diskussion sehr interessant. Ich kann sie allerdings kaum lesen. Ich wäre dir, Marco, sehr dankbar, wenn du aufhören könntest immer wieder von "der Marokkaner" oder "der (marokkanische) Beamte" zu  schreiben.

«Rassismus umfasst Ideologien und Praxisformen auf der Basis der Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden, die implizit oder explizit bewertet und als nicht oder nur schwer veränderbar interpretiert werden.» (Johannes Zerger, Was ist Rassismus?, Göttingen 1997, S.81).

Hallo, 
das freut mich sehr das du mich gleich darauf hinweisst das es ich wohl ein Rassist sei. Nur als Hinweis, der Marokkanische Beamte.... hat nichts mit Abstammung zu tun. Ein Deutscher Beamter, könnte im übrigen Marokkanischer, Türkischer, Albanischer, Französischer, Spanier und so weiter.... Herkunft sein. Was stört sich jetzt an Marokkanischer Beamter? Nur mal so am Rande, es gibt sehr viele Französische Beamte die Marokkanischer Herkunft sind. 

Der Marokkanische Beamte sagt noch lange nichts über seine Herkunft aus! 

Möchtest du also abstreiten das es in Marokko keinen Egoismus, Korruption, Diebstahl, Betrug, Steuerhinterziehung, Schmuggel, Drogenproduktion gibt? 
Du möchtest mir nahelegen das es rassistische Aussagen sind, die nicht zutreffen? 

Wenn wir schon bei Rassismus sind, da fallen mir doch die ganzen Schwarzen noch ein, die Philippinen die in Marokko arbeiten als Hausmädchen, denen man die Pässe abnimmt und rund um die Uhr für die Herrschaften in Marokko arbeiten dürfen. Erinnert mich ein wenig an die Sklaverei, war ja auch erst kürzlich in den Medien ein Thema. Dazu passt eigentlich dein Zitat sehr gut.

Hallo Marco
nein, ich möchte nicht abstreiten, dass die von dir aufgeführten Handlungen in Marokko vorkommen. Ich weiß auch um die "Bonnes"  oder sonstige Dinge, die ich ablehne. 
Aber
ich wende mich gegen die sprachliche Verallgemeinerung: DIE Mrokkaner... DIE Beamten (in Marokko in  dem Fall). Och wende mich gegen diese sprachlichen Form, denn das ist rassistische Sprache.



@keela
@all

Danke für deinen relativierenden Beitrag, keela. 

EIGENTLICH wollte ich nicht mitdiskutieren, aber jetzt kann ich nicht anders. 

@marc: Warum fühlst du dich so angegriffen?
Keela hat dich nicht als „Rassist“ beschimpft. Sie legte eine kluge sprachliche Analyse vor. 

So, und nun mein SEHR EMOTIONALER Beitrag:

Ich habe es gründlich satt, hier nur über die negativen Seiten Marokkos zu lesen. Eine pauschale Abwertung, Diffamierung, ein Schlechtreden der diversen marokkanischen Lebenswirklichkeiten, vom Wassersparen über Bestechung hin zu nicht existenten Leistungen..,
Und das ist nur eine kleine Auswahl!

Ja, ich lebe nicht dort ( nur temporär). 
Nein, ich habe dort keine Geschäfte.....
Und nein, ich habe nicht die Einblicke in das Leben wie jemand, der dort arbeitet. 

ABER ich frage mich, haben wir hier das Recht, das ganze Volk ( nichts anderes meint keela) zu „dissen“??

Und warum äußert sich hier wohl kein Marokkaner dazu? Im besten Falle findet man das hier lächerlich und unnötig.....

Ich schäme mich für vieles, was ich hier schon las. 

So, das musste raus!
Ich werde nichts weiter schreiben dazu. 

Und ich wünsche euch allen, dass ihr gesund bleibt!
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#44
(22.11.2020, 13:21)latinoo schrieb: 55% der Marokkanischen Arbeitnehmer haben keinen Arbeitsvertrag oder eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Chef. Wahrlich paradisische Verhältnisse für Firmeninhaber oder Chefs.....
https://aujourdhui.ma/emploi/hcp-55-des-...de-travail

Das müsste IMHO eher gut für die Arbeitsmarktlage in Marokko sein, denn die vielen Restriktionen die ein AG im "übersozialen" Europa einzuhalten hat führte dort ja in Branchen in denen es möglich ist, zum Outsourcing nach Indien, Osteuropa oder sonstwohin.
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#45
(22.11.2020, 13:21)latinoo schrieb: 55% der Marokkanischen Arbeitnehmer haben keinen Arbeitsvertrag oder eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Chef. Wahrlich paradisische Verhältnisse für Firmeninhaber oder Chefs.....
https://aujourdhui.ma/emploi/hcp-55-des-...de-travail

Hallo, 
das kommt immer darauf an. Bei mir haben alle einen Arbeitsvertrag und ist für mich auch eine Absicherung letztendlich. Da ich derzeit aktiv nach einer Putzfrau suche, bis jetzt hat jeder Bewerberin eine Anmeldung abgelehnt mit der Begründung weil es da zu Abzügen an Steuern und Sozialversicherung kommt. Ich sehe das eher als Nachteil an, weil es problematisch vor dem Arbeitsgericht werden kann.
MfG

Marco Wensauer
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#46
(22.11.2020, 14:45)bulbulla schrieb: Ich habe es gründlich satt, hier nur über die negativen Seiten Marokkos zu lesen. Eine pauschale Abwertung, Diffamierung, ein Schlechtreden der diversen marokkanischen Lebenswirklichkeiten, vom Wassersparen über Bestechung hin zu nicht existenten Leistungen..,
Und das ist nur eine kleine Auswahl!

Ja, ich lebe nicht dort ( nur temporär). 
Nein, ich habe dort keine Geschäfte.....
Und nein, ich habe nicht die Einblicke in das Leben wie jemand, der dort arbeitet. 

ABER ich frage mich, haben wir hier das Recht, das ganze Volk ( nichts anderes meint keela) zu „dissen“??

Und warum äußert sich hier wohl kein Marokkaner dazu? Im besten Falle findet man das hier lächerlich und unnötig.....

Hallo, 
ich lebe hier und wer hier lebt kann sich nur an den "Sonnenseiten" erfreuen. 
Dazu kommt das ich schon zahlreiche Einheimische beschäftigt hatte.... Was ich schon alles gehört habe..... ich könnte damit nicht Bücher oder Bände füllen sondern ganze Bibliotheken. 

Warum ich das Geschriebene verallgemeinere? Weil es sich um eine absolute Mehrheit handelt. Ich könnte ja auch genau so gut 80% davor schreiben wenn es dir dann besser geht damit. Ausnahmen gibt es auch... aber sind eben selten. 

Warum kein Marokkaner was dazu schreibt? Sollte er das dir vielleicht noch bestätigen? Wenn du mal mit einem ehrlich dich unterhalten solltest, dann wird er mir in weiten Teilen zustimmen. 

Unnötig ist es nicht, weil wenn sich nichts ändert wird es zu einer weiteren Verschlechterung des Arbeitsmarktes kommen und das unabhängig von Corona. Wie bereits erwähnt... Renault, Leonie und noch andere, bauen ihre neuen Werke bereits nicht mehr in Marokko oder angedachte Produktionen werden erst gar nicht gestartet. Da solltest die Frage nach dem Warum das so ist berechtigt sein.
MfG

Marco Wensauer
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#47
@latinoo,



Zitat:55% der Marokkanischen Arbeitnehmer haben keinen Arbeitsvertrag oder eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Chef. Wahrlich paradisische Verhältnisse für Firmeninhaber oder Chefs.....



Ja, das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist, dass Personen die eine bestimmte Zeit lang vertraglich bei einem Unternehmen beschäftigt waren, extrem viele Rechte haben, die vor allem kleinere Unternehmen nicht erfüllen können.
Deswegen nehmen sie lieber Menschen ohne Arbeitsvertrag.

Wenn die Gewerkschaften mit ihren Vorderungen in Teilen von den sozialistischen Arbeiterrechten abrücken würden, hätte das positiven Einfluss auf die Zahl der vertraglich Beschäftigten.
Fakt ist, dass viele Arbeitgeber (z.B. die Kassiererinnen in den Supermärkten) eine Kündigung erhalten bevor sie ein Jahr dabei sind, wweil sie danach Rechte haben die kaum ein Arbeitgeber erfüllen kann ohne nicht diese Mehrkosten auf seine Preise aufzuschlagen.



.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#48
(23.11.2020, 17:46)Thomas Friedrich schrieb: @latinoo,

Ja, das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist, dass Personen die eine bestimmte Zeit lang vertraglich bei einem Unternehmen beschäftigt waren, extrem viele Rechte haben, die vor allem kleinere Unternehmen nicht erfüllen können.
Deswegen nehmen sie lieber Menschen ohne Arbeitsvertrag.

Wenn die Gewerkschaften mit ihren Vorderungen in Teilen von den sozialistischen Arbeiterrechten abrücken würden, hätte das positiven Einfluss auf die Zahl der vertraglich Beschäftigten.
Fakt ist, dass viele Arbeitgeber (z.B. die Kassiererinnen in den Supermärkten) eine Kündigung erhalten bevor sie ein Jahr dabei sind, wweil sie danach Rechte haben die kaum ein Arbeitgeber erfüllen kann ohne nicht diese Mehrkosten auf seine Preise aufzuschlagen.



.

Hallo Thomas Friedrich.

zweifellos ein wichtiger Grund. Nur, die Gewerkschaften können keine Gesetze erlassen, mehr als Forderungen stellen können sie nicht. Erst der Gesetzgeber kann diese Forderungen zu Gesetzen und damit zu Rechten erheben. Also liegt es am Gesetzgeber, diese Gesetze zu ändern/abzuschaffen. Was hindert ihn daran?
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#49
Hallo Otto,

es sind die sozialistischen Parteien mit ihren Versprechen gegenüber der Arbeiterschaft, die von diesen Forderungen (aus Angst vor Stimmenverlust) nicht abrücken und entsp. Gesetze durchbringen.




.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#50
(24.11.2020, 09:48)Thomas Friedrich schrieb: Hallo Otto,

es sind die sozialistischen Parteien mit ihren Versprechen gegenüber der Arbeiterschaft, die von diesen Forderungen (aus Angst vor Stimmenverlust) nicht abrücken und entsp. Gesetze durchbringen.




.

Hallo Thomas Friedrich,

richtig, nur, wer sind die? Bekommen die Stimmenmehrheit im Parlament?
Hier die wichtigsten Parteien:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:..._(Marokko)

PAM; Istiqlal; UC; RNI; MP sozialistisch? Glaube ich nicht.
Die Einstellung der ach so frommen Musulmanen (PJD) kann ich nicht überblicken.
Die restlichen Parteien haben mit Sicherheit sozialistische Tendenzen......aber keine Parlamentsmehrheit.
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#51
Hallo Otto,

ich weiß nicht wie sozialistisch die einzelnen Parteien sind und wer in der Vergangenheit welche Gestze verabschiedet hat.

Aber:

Marokkos Arbeitsgesetze sind stark sozialistisch, was es für viele Unternehmen schwer macht Arbeiter vertraglich zu binden.
Die Steuerlast ist hier für Unternehmen, anders als viele Europäer glauben, recht hoch.

Meine Meinung ist grundsätzlich: Nur wenn es den Unternehmen, also der Wirtschaft, in einem Land gut geht kann es auch allem anderen gut gehen!




.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#52
(24.11.2020, 18:48)Thomas Friedrich schrieb: Hallo Otto,

ich weiß nicht wie sozialistisch die einzelnen Parteien sind und wer in der Vergangenheit welche Gestze verabschiedet hat.

Aber:

Marokkos Arbeitsgesetze sind stark sozialistisch, was es für viele Unternehmen schwer macht Arbeiter vertraglich zu binden.
Die Steuerlast ist hier für Unternehmen, anders als viele Europäer glauben, recht hoch.

Meine Meinung ist grundsätzlich: Nur wenn es den Unternehmen, also der Wirtschaft, in einem Land gut geht kann es auch allem anderen gut gehen!




.

Hallo Thomas Friedrich,

ganz meine Ansicht. Fazit: die Mehrheit der Marokkaner haben diese Parteien und damit auch diese Gesetze gewählt, also auch so gewollt. Mein Mitleid hält sich stark in Grenzen.
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#53
@Otto
Ich weiß nicht wie es zuletzt war. Aber vor einigen Jahren ging die Mehrheit der Marokkaner überhaupt nicht wählen. Auch weil sie nur (gefühlt) zwischen Pest und Cholera wählen konnten.
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#54
Guten Morgen Keela,
stimmt. Die Wahlbeteiligung lag 2011 und 2016 unter 50%. "Pest und Cholera" sind individuelle Einschätzungen, das komplizierte Registrierungssystem für die Teilnahme an der Wahl hingegen nicht. 2016 waren unter 50% der wahlberechtigten Marokkaner registriert, wahrlich eine "tolle Demokratie"! Klartext: 2016 haben sage und schreibe 23% der wahlberechtigten Marokkaner die Zusammensetzung des Parlaments bestimmt.
Besieht man sich die Regierungskoalition, kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus: frömmelnde Musulmanen (PJD)+garnicht so fromme Imazighen (MP) + Liberale + Kommunisten. Sieht ganz nach toller Pöstchenschieberei aus. Wie dem auch sei, im Endeffekt entscheidet sowieso der König.
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