07.05.2026, 19:50
Umgang mit jüdischer Kultur
Rissani hat einen jüdischen Friedhof und eine Synagoge. Bei unserer Recherche für das Blatt P10 sind wir darauf gestoßen und gehen im Ort auf Suche. Innerhalb eines riesigen, mit einer hüfthohen Mauer umgebenen Areals muss er liegen. In der Nähe finden Ausgrabungen der Ruinen aus der Sijilmassa-Zeit statt.
Zugegeben, wir wählen einen etwas ungeschickten Ort zum Übersteigen der Mauer - auf der anderen Straßenseite ist eine Polizeistation... Lange suchen wir in dem mit Unkraut überwucherten Gelände, bis wir schließlich in einiger Entfernung ein mit einer weiteren Mauer umschlossenes Areal entdecken. Darauf steuern wir zu und haben tatsächlich den jüdischen Friedhof gefunden. Innerhalb der Mauern befinden sich einige Gebäude, vermutlich auch die Synagoge. Da das Tor zu ist, suche ich mir in der Umgebung einen größeren Stein, um über die Mauer schauen zu können und vielleicht ein paar Fotos zu schießen.
Dieses Vorhaben wird jäh gestört von einem Mopedfahrer, der herangeeilt ist und uns barsch erklärt, fotografieren sei hier nicht erlaubt. Noch während wir zu einer Antwort ansetzen, kommt ein Auto angefahren, blitzschnell registrieren wir die rote Autonummer (staatliche Kennzeichen) und wissen, dass die Herren genau uns im Visier haben. Der Autofahrer schickt den Mopedfahrer weg, zeigt uns seinen (arabisch geschriebenen) Ausweis und erklärt, er sei von der Polizei, wir möchten verschwinden und fotografieren sei verboten. Wir diskutieren auf deutsch, äußern eindeutige Missbilligung diesem Verhalten gegenüber, bis der Polizist entnervt abwinkt, uns ein Foto "gestattet", nicht ohne den Zusatz: aber nicht für Social Media!...
Welch freundlicher Umgang mit Touristen, die in friedlicher Absicht kommen!
Einen Tag später führt uns der Weg nach Arfoud. Am Ortseingang befindet sich auch ein jüdischer Friedhof, im Vorbeifahren registrieren wir eine geöffnete Tür, bremsen jäh, wenden und fahren vor. Im Schatten der Mauer sitzen zwei Polizisten, die wir auf dem Weg zum Tor freundlich grüßen. Einer erhebt sich, folgt uns, ringt aber offensichtlich um Worte, als er merkt, dass wir nur deutsch sprechen... Aus einem Nebengebäude kommt ein Mann heraus, begrüßt uns freundlich und lässt den Polizisten wegtreten (wir verbergen unser Grinsen). Er nickt auf unsere Frage der Besichtigung, wir dürfen auf dem Friedhof in Ruhe fotografieren. Dann führt er uns in die Synagoge, wenige Worte der Verständigung reichen, um zu spüren, dass wir willkommen sind. Er schließt den Thoraschrein auf, ich darf die Türen öffnen. Ehrfurchtsvoll betrachten wir die Schriftrolle und kommen gern seiner Aufforderung zum Fotografieren nach.
Tief beeindruckt von diesem so gänzlich anderen Empfang knapp 30 km von Rissani entfernt, steigen wir wieder ins Auto.
Rissani hat einen jüdischen Friedhof und eine Synagoge. Bei unserer Recherche für das Blatt P10 sind wir darauf gestoßen und gehen im Ort auf Suche. Innerhalb eines riesigen, mit einer hüfthohen Mauer umgebenen Areals muss er liegen. In der Nähe finden Ausgrabungen der Ruinen aus der Sijilmassa-Zeit statt.
Zugegeben, wir wählen einen etwas ungeschickten Ort zum Übersteigen der Mauer - auf der anderen Straßenseite ist eine Polizeistation... Lange suchen wir in dem mit Unkraut überwucherten Gelände, bis wir schließlich in einiger Entfernung ein mit einer weiteren Mauer umschlossenes Areal entdecken. Darauf steuern wir zu und haben tatsächlich den jüdischen Friedhof gefunden. Innerhalb der Mauern befinden sich einige Gebäude, vermutlich auch die Synagoge. Da das Tor zu ist, suche ich mir in der Umgebung einen größeren Stein, um über die Mauer schauen zu können und vielleicht ein paar Fotos zu schießen.
Dieses Vorhaben wird jäh gestört von einem Mopedfahrer, der herangeeilt ist und uns barsch erklärt, fotografieren sei hier nicht erlaubt. Noch während wir zu einer Antwort ansetzen, kommt ein Auto angefahren, blitzschnell registrieren wir die rote Autonummer (staatliche Kennzeichen) und wissen, dass die Herren genau uns im Visier haben. Der Autofahrer schickt den Mopedfahrer weg, zeigt uns seinen (arabisch geschriebenen) Ausweis und erklärt, er sei von der Polizei, wir möchten verschwinden und fotografieren sei verboten. Wir diskutieren auf deutsch, äußern eindeutige Missbilligung diesem Verhalten gegenüber, bis der Polizist entnervt abwinkt, uns ein Foto "gestattet", nicht ohne den Zusatz: aber nicht für Social Media!...
Welch freundlicher Umgang mit Touristen, die in friedlicher Absicht kommen!
Einen Tag später führt uns der Weg nach Arfoud. Am Ortseingang befindet sich auch ein jüdischer Friedhof, im Vorbeifahren registrieren wir eine geöffnete Tür, bremsen jäh, wenden und fahren vor. Im Schatten der Mauer sitzen zwei Polizisten, die wir auf dem Weg zum Tor freundlich grüßen. Einer erhebt sich, folgt uns, ringt aber offensichtlich um Worte, als er merkt, dass wir nur deutsch sprechen... Aus einem Nebengebäude kommt ein Mann heraus, begrüßt uns freundlich und lässt den Polizisten wegtreten (wir verbergen unser Grinsen). Er nickt auf unsere Frage der Besichtigung, wir dürfen auf dem Friedhof in Ruhe fotografieren. Dann führt er uns in die Synagoge, wenige Worte der Verständigung reichen, um zu spüren, dass wir willkommen sind. Er schließt den Thoraschrein auf, ich darf die Türen öffnen. Ehrfurchtsvoll betrachten wir die Schriftrolle und kommen gern seiner Aufforderung zum Fotografieren nach.
Tief beeindruckt von diesem so gänzlich anderen Empfang knapp 30 km von Rissani entfernt, steigen wir wieder ins Auto.
Barbara & Andreas
marokko-erfahren.de
marokko-erfahren ist eine unabhängige europaweite Privatinitiative zur Förderung von Beschäftigung und Kulturerhalt.
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