Wo sind die Garnelen geblieben?
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Wo ist die Garnele, die Königin unserer Teller, geblieben?
01.05.2020
 
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Seit zwei Jahrzehnten verzeichnet die Fischerei auf rosa Garnelen trotz der Umsetzung von Maßnahmen, die den Trend umkehren sollen, einen kontinuierlichen Rückgang der Fänge.
 
Gegrillt, gebraten oder in Tajins gibt es viele Garnelenrezepte. Dieses köstliche Gericht ist Teil der kulinarischen Tradition des Landes und insbesondere das Vergnügen von Millionen von Fischliebhabern.
 
Das nationale Fischereierbe ist reich an verschiedenen Arten von Krebstieren. Das beliebteste unter allen bleibt unbestreitbar die rosa Garnele. In den 1970er Jahren gab es riesige Garnelen! Heute eher eine Seltenheit. „Dies ist ein Indikator, der möglicherweise mit der Ressourcenknappheit, aber auch mit der Nichteinhaltung der geltenden Vorschriften zusammenhängt", erklärt Houcine Nibani, Professor für marine Biodiversität an der Fakultät für Wissenschaft und Technologie von Al Hoceima.
 
Mehrere vom Aussterben bedrohte Arten
 
Unter den am stärksten bedrohten Krebstieren findet man verschiedene Garnelenarten", heißt es auf den Seiten einer nationalen Studie zur biologischen Vielfalt. Glücklicherweise ist die am meisten konsumierte Art in Marokko - die rosa Garnele - keine dieser gefährdeten Arten. Zumindest noch nicht ...
 
Jährliche Produktion gesunken
 
Diese Fischerei ist ein wirtschaftlicher Glücksfall und eine Quelle für Deviseneinnahmen. Der Großteil der in den Gewässern des Königreichs gefangenen Garnelen ist für den Export bestimmt. Der Rückgang der Garnelenbestände war daher ein Problem, das so schnell wie möglich behoben werden musste. Im Juni 2010 hatte das Ministerium für Landwirtschaft und Meeresfischerei daher die ersten Maßnahmen eines Plans zur Bewirtschaftung der Garnelenfischerei vorgelegt, um die Sicherung dieser Ressource zu gewährleisten. Diese Mobilisierung hat sich zunächst eindeutig ausgezahlt, da 2011 ein deutlicher Anstieg der Fänge zu verzeichnen war. Die Ergebnisse der folgenden Jahre bestätigten den positiven Trend allerdings nicht nachhaltig. Der Gesamtfang an rosa Garnelen in Marokko ging von 12.680 Tonnen im Jahr 2001 auf 4.700 Tonnen im Jahr 2017 zurück.
 
Die betroffenen Behörden sowie die Spezialisten des Sektors scheinen den Rückgang der Garnelenfänge jedoch nicht als unaufhaltsam zu betrachten. Houcine Nibani erklärte, dass die von den betroffenen Behörden ergriffenen Maßnahmen positive Ergebnisse bringen würden, wenn diese eingehalten werden.
 
Es ist geplant, die verschiedenen Interessengruppen, die die Fischerei gemäß den Grundsätzen der Nachhaltigkeit gewährleisten können, miteinzubeziehen, um so der Garnele die Chance zu geben, sich zu erholen …

Fragen an Houcine Nibani, Experte für marine Biodiversität
 
Sind die Bestände an rosa Garnelen in Marokko rückläufig?
Es ist offensichtlich. Wenn wir uns die Kurven der Entwicklung der Garnelenfänge ansehen, die in der Zusammenfassung des Bestandszustands und der marokkanischen Fischerei 2018 des Nationalen Instituts für Fischereiforschung (INRH) aufgeführt sind, können wir zwischen 2001 und 2017 einen Rückgang von 60% feststellen.

Wie erklären Sie diesen Abwärtstrend?
Es gibt ein Phänomen der Übernutzung, um den lokalen und internationalen Markt zu versorgen. Diese Ausbeutung wurde über mehrere Jahre intensiv durchgeführt, bis sie leider zu diesem Rückgang führte.
 
Wie kann dieser Trend gestoppt werden?
Die Maßnahmen der betroffenen Behörden zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Bestände an rosa Garnelen bilden eine gute Grundlage für die Begrenzung dieser Reduzierung. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen wäre es ideal, die Anwendung bestehender Gesetze zu verstärken und die verschiedenen Interessengruppen miteinzubeziehen, damit sie für die Sicherung und nachhaltigen Bewirtschaftung dieser Bestände beitragen. Schließlich reicht die wissenschaftliche Überwachung von Garnelen, wie sie jetzt durchgeführt wird, nicht mehr aus. 

L'Opinion 
 
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