Wasser rationiert in Agadir und Umgbung
#1
Kein Trinkwasser in Agadir und Umgebung zwischen 22.00h und 05.00h.

https://www.maghreb-post.de/gesellschaft...rationiert
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#2
Hallo.

Nach meiner Einschätzung wird das bald auch auf zahlreiche andere Landesteile zukommen.
In allen Mittelmeeranrainerstaaten bleiben die Winterregen mehr und mehr aus.
Gerade in Marokko ist der Wasserbedarf durch die Bevölkerungsexplosion, den stark zugenommenen Tourismus und staatlich subventionierte Landwirtschaft (sog. plan verde) ( u. a. Wassermelonenanbau bis in die Wüste sowie wasserintensive Kulturen wie Bananen und Tomaten unter Folie) enorm gestiegen und wird noch weiter steigen.







.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#3
Marokko wird nicht umhinkommen in den Küstenregionen weitere Meerwasserentsalzungsanlagen zu errichten.
Momentan ist eine Anlage in der Region Chtouka in Bau, die ab kommendem Jahr den Großraum Agadir mit Wasser versorgen soll, sowohl mit Trinkwasser als auch die Landwirtschaft mit Nutzwasser bis 40km ins Landesinnere.
Auf der anderen Seite sehe ich ständig wieviel Wasser in Marokko verschwendet wird, sowohl im privaten wie auch im touristischen Bereich. In vielen marokkanischen Haushalten werden Unmengen von Wasser beim Reinigen der Häuser verwendet.
Weiterhin werden z.B. in Marrakech ständig neue Golfplätze errichtet, die nur von wenigen Privilegierten genutzt werden, und deren Grünflächen täglich mit Unmengen von Wasser stundenlang bewässert werden.
Bevor Du Dein Kamel dem Schutz Allahs anvertraust, binde es gut fest.
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#4
@Theo,

genau so ist es:

Zimmer werden nicht mit einem feuchtem Aufnehmer gereinigt sondern gänzlich unter Wasser gesetzt.

Statt Grünanlagen mit Sukkulenten zu bepflanzen wird Rasen gesäht welcher viel Wasser benötigt, usw..

Das Bewusstsein zum Wassersparen ist kaum vorhanden, so ganz nach der Einstellung "Es kommt ja immer weiter Wasser wenn man den Hahn aufdreht."



Nur durch Kritik an bestimmten Verhaltensweisen können Veränderungen entstehen und nur durch Veränderungen können Verbesserungen kommen.



.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#5
(09.10.2020, 13:18)theomarrakchi schrieb: Marokko wird nicht umhinkommen in den Küstenregionen weitere Meerwasserentsalzungsanlagen zu errichten.
Momentan ist eine Anlage in der Region Chtouka in Bau, die ab kommendem Jahr den Großraum Agadir mit Wasser versorgen soll, sowohl mit Trinkwasser als auch die Landwirtschaft mit Nutzwasser bis 40km ins Landesinnere.
Auf der anderen Seite sehe ich ständig wieviel Wasser in Marokko verschwendet wird, sowohl im privaten wie auch im touristischen Bereich. In vielen marokkanischen Haushalten werden Unmengen von Wasser beim Reinigen der Häuser verwendet.
Weiterhin werden z.B. in Marrakech ständig neue Golfplätze errichtet, die nur von wenigen Privilegierten genutzt werden, und deren Grünflächen täglich mit Unmengen von Wasser stundenlang bewässert werden.
Hallo Theomarrakchi,

all das ist seit Jahrzehnten bekannt. Die sog. Verantwortlichen sind ebenso lange schon auf diese große Problematik hingewiesen worden. Wie üblich, ist wenig darauf gefolgt. Die Bevölkerung wächst weiterhin, der enorme Wassermengen verbrauchende Tourismus steht auf der Topliste der Wirtschaftspolitik, die Verstädterung nimmt rasant zu (und damit auch der Wasserverbrauch), ein Großteil der Landwirtschaft ist nicht rentabel, beschäftigt jedoch viele Menschen zu miesen Konditionen, Wassermelonenplantagen werden in Wüstengebieten angelegt und gefördert, uvam (siehe @Thomas Friedrich)
Neuerdings wird nunmehr die Meerwasserentsalzung als "Wundermittel" ins Spiel gebracht. Hierzu 2 Links:

http://www.onep.ma/facturation/FACT-TARIF-EAU.pdf
Dort kann man die Preise für geliefertes Wasser entnehmen (Dh/m3)

https://energieorganismus.de/meerwasserentsalzung/

Hier werden in einer längeren Ausarbeitung die Möglichkeiten/Problematiken von Entsalzungsanlagen erörtert. Meine schlichten Fragen sind:
- wer finanziert das?
- wer bezahlt die dann anfallenden Wasserkosten? Oder wird daraus wieder der übliche Subventionsbetrieb?
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#6
(10.10.2020, 07:05)Otto Droege schrieb:
(09.10.2020, 13:18)theomarrakchi schrieb: Marokko wird nicht umhinkommen in den Küstenregionen weitere Meerwasserentsalzungsanlagen zu errichten.
Momentan ist eine Anlage in der Region Chtouka in Bau, die ab kommendem Jahr den Großraum Agadir mit Wasser versorgen soll, sowohl mit Trinkwasser als auch die Landwirtschaft mit Nutzwasser bis 40km ins Landesinnere.
Auf der anderen Seite sehe ich ständig wieviel Wasser in Marokko verschwendet wird, sowohl im privaten wie auch im touristischen Bereich. In vielen marokkanischen Haushalten werden Unmengen von Wasser beim Reinigen der Häuser verwendet.
Weiterhin werden z.B. in Marrakech ständig neue Golfplätze errichtet, die nur von wenigen Privilegierten genutzt werden, und deren Grünflächen täglich mit Unmengen von Wasser stundenlang bewässert werden.
Hallo Theomarrakchi,

all das ist seit Jahrzehnten bekannt. Die sog. Verantwortlichen sind ebenso lange schon auf diese große Problematik hingewiesen worden. Wie üblich, ist wenig darauf gefolgt. Die Bevölkerung wächst weiterhin, der enorme Wassermengen verbrauchende Tourismus steht auf der Topliste der Wirtschaftspolitik, die Verstädterung nimmt rasant zu (und damit auch der Wasserverbrauch), ein Großteil der Landwirtschaft ist nicht rentabel, beschäftigt jedoch viele Menschen zu miesen Konditionen, Wassermelonenplantagen werden in Wüstengebieten angelegt und gefördert, uvam (siehe @Thomas Friedrich)
Neuerdings wird nunmehr die Meerwasserentsalzung als "Wundermittel" ins Spiel gebracht. Hierzu 2 Links:

http://www.onep.ma/facturation/FACT-TARIF-EAU.pdf
Dort kann man die Preise für geliefertes Wasser entnehmen (Dh/m3)

https://energieorganismus.de/meerwasserentsalzung/

Hier werden in einer längeren Ausarbeitung die Möglichkeiten/Problematiken von Entsalzungsanlagen erörtert. Meine schlichten Fragen sind:
- wer finanziert das?
- wer bezahlt die dann anfallenden Wasserkosten? Oder wird daraus wieder der übliche Subventionsbetrieb?



Danke für diese sachlichen Beiträge @Thomas @ Theo @ Otto

Das macht wirklich Angst. Und wenn ich bedenke, wieviel Wasser alleine in den Pools und Badezimmern der Hotels durchrauscht...
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#7
na hier könnte es über den (hohen) Preis doch eine Rückkopplung auf die (endlich einsetzende) Sparsamkeit geben!
Mit anderen Worten: bisher war der Preis zu niedrig um Sparsamkeit lohnenswert zu machen.... Wink
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#8
(10.10.2020, 15:19)Fassaoui schrieb: na hier könnte es über den (hohen) Preis doch eine Rückkopplung auf die (endlich einsetzende) Sparsamkeit geben!
Mit anderen Worten: bisher war der Preis zu niedrig um Sparsamkeit lohnenswert zu machen.... Wink

Sparen lohnt sich immer!
Man merkt, ich komme aus Ba-Wü Wink
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#9
Ich kenne Menschen hier im Lande, die haben immer in allen Räumen das Licht brennen und den Fernseher permanent laufen, auch wenn niemand im Raum ist.
Am Monatsende haben sie kein Geld um die Stromrechnung zu bezahlen aber ein Lerneffekt tritt dadurch nicht ein denn in den nachfolgenden Monaten wiederholt sich alles. Angry
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#10
Erstaunlicherweise ist der m3 Trinkwasser in Marokko kostengünstiger als in D. Hier liegt der Preis zwischen 1,60 - 2,20 €/m3. Rechnet man dann noch verpflichtende Abwasserentsorgung hinzu, kommt man auf ca 4,0 €/m3.
Marokko muss schon ein ungeheuer wasserreiches Land sein, mit landesweit sprudelnden üppigen Quellen. Wink Wink
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#11
(10.10.2020, 18:23)Thomas Friedrich schrieb: Ich kenne Menschen hier im Lande, die haben immer in allen Räumen das Licht brennen und den Fernseher permanent laufen, auch wenn niemand im Raum ist.
Am Monatsende haben sie kein Geld um die Stromrechnung zu bezahlen aber ein Lerneffekt tritt dadurch nicht ein denn in den nachfolgenden Monaten wiederholt sich alles. Angry 

Hallo Thomas,
Auch ich erlebe es immer wieder, daß sich die Menschen über hohe Wasser- und Stromrechnungen beklagen ohne dabei zu berücksichtigen, wie sie beides sinnlos verschwenden und an ihren Gewohnheiten festhalten.

LG, Theo
Bevor Du Dein Kamel dem Schutz Allahs anvertraust, binde es gut fest.
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#12
(11.10.2020, 15:47)theomarrakchi schrieb:
(10.10.2020, 18:23)Thomas Friedrich schrieb: Ich kenne Menschen hier im Lande, die haben immer in allen Räumen das Licht brennen und den Fernseher permanent laufen, auch wenn niemand im Raum ist.
Am Monatsende haben sie kein Geld um die Stromrechnung zu bezahlen aber ein Lerneffekt tritt dadurch nicht ein denn in den nachfolgenden Monaten wiederholt sich alles. Angry 

Hallo Thomas,
Auch ich erlebe es immer wieder, daß sich die Menschen über hohe Wasser- und Stromrechnungen beklagen ohne dabei zu berücksichtigen, wie sie beides sinnlos verschwenden und an ihren Gewohnheiten festhalten.

LG, Theo
Halli Theo,
diese Sorte Menschen gibt es weltweit. Gegen Dummheit kämpft selbst der liebe Gott vergebens. Ich befürchte nur, dass selbst ein Aufgeben diese dummen Verhaltens das schwerwiegende Wasserproblem Marokkos nicht wesentlich verbessern wird. Dafür müssten andere Argumente ran:
- wie schafft der Staat es, die Bevölkerungsvermehrung zu stoppen? Verbesserung der sozialen Strukturen, vor allem auf dem Land, um die rasante Landflucht zu vermeiden? Schluss mit dem pseudoreligiösen Gequatsche.."Allah will die Kinder", uvam
- Wie kommt Marokko aus der selbstgebastelten finanziellen Tourismusabhängigkeit?
- Wie reformieren wir die Landwirtschaft unter Berücksichtigung der Wasserverhältnisse?
- Wann und wie werden in Gesamtmarokko Gesamt-Abwasseraufbereitungsanlagen verpflichtend gefordert? In D kommt keine Gemeinde/Gemeindeverbund daran vorbei. In Marokko? Lachanfall!!
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#13
Hallo Otto,

es ist alles sehr richtig was Dus schreibst!

Ich denke jedoch, dass die Anzahl der Menschen die sich Gedanken über die Nachhaltigkeit und Nutzung von Ressourcen mach in Marokko weitaus geringer ist als in Deutschland/Westeuropa.

Der hohe Tourismus ist Segen und Fluch zugleich. Wenn´s läuft wird in vielen Bereichen davon profitiert, wenn´s stockert kommt ebensoviel zum erliegen.

Was die Landwirtschaft betrifft, so kann man aus einem Land welches zu weiten Teilen aus ariden Flächen besteht kein grünes Agrarland machen. Auch nicht durch staatliche Subventionen.
Meiner Meinung nach sollte Marokko sich auf die Produktion spezieller Pflanzen beschränken und spezialisieren, die aus klimatischen und geographichen Gründen in anderen Regoinen der Erde nicht so gut gedeihen.
Bei weltweit verbreiteten Massenprodukten wie Getreide und Michviehwirtschaft wird Marokko ohnehin nie preislich wettbewerbsfähig sein und Zukauf aus dem Ausland ist günstiger als selbstproduziertes, hochsubventioniert und unter schlechten Voraussetzungen.


.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#14
(12.10.2020, 08:23)Thomas Friedrich schrieb: Hallo Otto,

es ist alles sehr richtig was Dus schreibst!

Ich denke jedoch, dass die Anzahl der Menschen die sich Gedanken über die Nachhaltigkeit und Nutzung von Ressourcen mach in Marokko weitaus geringer ist als in Deutschland/Westeuropa.

Der hohe Tourismus ist Segen und Fluch zugleich. Wenn´s läuft wird in vielen Bereichen davon profitiert, wenn´s stockert kommt ebensoviel zum erliegen.

Was die Landwirtschaft betrifft, so kann man aus einem Land welches zu weiten Teilen aus ariden Flächen besteht kein grünes Agrarland machen. Auch nicht durch staatliche Subventionen.
Meiner Meinung nach sollte Marokko sich auf die Produktion spezieller Pflanzen beschränken und spezialisieren, die aus klimatischen und geographichen Gründen in anderen Regoinen der Erde nicht so gut gedeihen.
Bei weltweit verbreiteten Massenprodukten wie Getreide und Michviehwirtschaft wird Marokko ohnehin nie preislich wettbewerbsfähig sein und Zukauf aus dem Ausland ist günstiger als selbstproduziertes, hochsubventioniert und unter schlechten Voraussetzungen.


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Hallo Thomas,

du hast Recht mit deinen Argumenten. Man merkt, dass du vom Fach bist. Und @Theo @Otto kennen sich natürlich auch sehr gut aus. 
Ich bin leider ganz laienhaft dabei, halte aber immer Augen und Ohren offen. 

Und ich mache mir so meine Gedanken! Wie wir uns ganz allgemein hier mMn viel mehr als die Menschen dort (verallgemeinernd gesprochen). 

Was den Punkt Überbevölkerung betrifft:
Da gehört eine intensive Aufklärung her, beide, Frauen UND Männer,
kostenlose Verteilung von Verhütungsmitteln. Soviel ich weiß, gibt es das. 

Es ist eben längst nicht mehr so, dass die Kinder die Alten unterhalten können. Wie auch ohne Ausbildung & Job??

Unsere Jungen haben übrigens alle nur 2-3 Kinder.
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#15
Hallo Thomas,
auch Du schreibst alles sehr richtig.
Nur, woran liegt es, dass sehr viel mehr Westeuropäer sich Gedanken über die Ressourcen, Nachhaltigkeit, Nutzen machen als Marokkaner? Könnte das an der familiären, aber auch staatlichen Erziehung liegen? Gleich was unternommen wird, sofort ist ein Hauptverantwortlicher/macher im Spiel: jener Allah. Der weiss, macht alles, gleich ob es klappt oder nicht...inschallah, moulana y schuf und hindert somit eine strenge verstandesgemäße Analyse der Projekte. Ein kritisches Lesen der "Heiligen Schriften" wäre sehr angebracht. Genau das geschieht nicht und wird obendrein auch noch verhindert.
Das Puschen des Tourismus war/ist eine vereinfachte und schnelle Lösung von Problemen. Wir haben hier schicke Strände, tolle Landschaften, historische Städte....und viel Sonne (von den gegen geringes Entgeld zu habenden Weiblein und Männlein schweigt des Sängers Höflichkeit). Genau das lieben Touristen, also ran mit Hotels, Golfplätzen, uswusf. An die erforderlichen Wassermengen hat keiner gedacht, woher sollen die kommen? Diese Frage wurde einfach weggewischt. Nun fehlt das Wasser (wo und bei wem auch immer), dafür ist Corona da mit der Folge, dass der Tourismus im Eimer ist. Und nun?
Tja, die Landwirtschaft. All die grandiosen, neuen Projekte werden in absehbarer Zeit wg. Wassermangels eingehen. Ich komme aus einer forstwirtschaftlichen Familie. Die Fichtenplantagen (früher nannte man sie Wälder) liefen vorzüglich, Holz war gefragt. Heute, nach 3 trockenen Jahren und dem tollen Borkenkäfer müssen Tausende Hektar eingegangene Fichten"wälder" abgeholzt werden, das Gammelholz kann dann für 1 Ei und Butterbrot verkauft werden. Dort werden nun keine Fichten mehr angepflanzt, man hat etwas gelernt. Zugegeben, die Sünde haben die Vorfahren eingebrockt. Nachhaltigkeit? Lachanfall!
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#16
@Bulbulla,

Überbevölkerung ist eines der Riesenprobleme der kommenden Jahre und vor allem Jahrzehnte und das weltweit!!!
Damit hängt so vieles zusammen, nicht nur die Umweltzerstörung und der Wassermangel.

Und Otto, in der Tat hat die Relegion ihre Mitschuld am nicht nachhaltigem Denken!
Wer daran glaubt (weil er und sein Umfeld so erzogen wurden), dass das jetzige Leben nur ein kurzes vorübergehendes ist und das "ewige Leben" nach dem Tod beginnt, macht sich nicht viele Gedanken dieses jetztige Leben besonders nachhaltig zu leben, da es ja nur kurzfristig, also bis zum Tag der Erlösung ist.
Eröst und mit dem ewigen Leben im Paradies belohnt wird natürlich nur derjenige, der ein guter Moslem war.
Also glauben alle zu wissen worauf es im Leben ankommt!
Beim Hineifern auf das Paradies wird scheinbar ganz außer acht gelassen, dass im Koran Dinge stehen die das irdische Leben in anderen Bereichen ausser betreffen, u.a. sollte man seine Umgebung sauber halten und keine Esel schlagen.....
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#17
Mir ist das zu einfach gedacht. Marokko hatte bis "vor kurzem" noch einen alles beherrschenden König, bei dem Selberdenken nicht erlaubt war. Das war meinem Empfinden nach ähnlich wie in der DDR. Die Umstellung auf ein anderes System dauert mindestens eine Generation. Die ist nun rum. Aber: es muss auch entsprechend die politische Bildung gefördert werden, sonst ändert auch nichts. Das sehen wir hier in Deutschland doch auch.
Außerdem müssen die Menschen durch die Verbesserung des Lebensstandards auch merken, dass sich die Systemumstellung für sich lohnt - nicht zu vergessen, dass die Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben sich lohnt. Das sind aber Prozesse, die lange dauern und, wenn nicht entsprechend unterstützt, auch nicht laufen - egal was im Außen passiert.
Dazu finde ich, dass sich das Christentum und der Islam darin nicht sonderlich unterscheiden.
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#18
Eine hochinteressante Diskussion hier!

@Keela, danke für deinen mäßigenden Beitrag. Der Religion die „Schuld“ an den Malaisen zu geben halte ich persönlich für zu kurz.
@Otto: Deine Beiträge zur Religion entbehren für mich eines gewissen Respektes.
Ja, Gottergebenheit gibt es, auch im Christentum.
Und ich behaupte mal, sie macht nicht nur vllt. passiv, sondern auch vieles viel leichter!
Konnte ich selbst in Marokko beobachten bei persönlichen Katastrophen.
Was bleibt denn vielen einfachen Leuten, um mit dem Schicksal fertig zu werden?

MMn ist EIGENINITIATIVE / Individualität dort viel seltener als hier.
Warum?
Ich denke nicht, dass das nur z. B. vom Herrschen des vorherigen Königs herrührt. Scheint mir Mentalitätssache ?!

Es wird oft gewartet auf einen, der voraus rennt im wahrsten Sinne des Wortes.
Und natürlich:

Grundbedingung ist mal wieder BILDUNG und INFORMATION.
Wie soll man etwas bewegen, wenn man nicht viel weiß??

Ich gehe mal von mir aus: Fühle mich dort oft als Weltverbesserer.
Aber ist das nicht auch ne überhebliche Einstellung?

Erstaunlich, mit welcher Höflichkeit & Freundlichkeit meine Vorschläge angenommen werden! Umgekehrt würde ich das sicher nicht so akzeptieren.

Und eines weiß ich SICHER:

Die Leute, die ich dort kenne, leben GLÜCKLICHER als wir hier!
Das ist doch auch was!

Grüße,
bulbulla
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#19
Bildung ist ein großes Thema in Marokko – einem Land, in dem mehr als 10 Millionen(!) Menschen Analphabeten sind und in dem laut Unesco 1.137.546 Kinder und Jugendliche weder die Grundschule noch eine weiterführende Schule besuchen.
In den letzten Jahren hat sich in Marokko dank neuer Reformen einiges im Bildungssystem getan. Doch Armut, Kinderarbeit, große Unterschiede zwischen Stadt und Land und vor allem die Ungleichheiten in der Bildung von Jungen und Mädchen zeigen, dass diese Reformen noch lange nicht ausreichen.
Hingegen stimme ich dir zu, dass die meisten Leute in Marokko auffallend zufriedener sind als bei uns!
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#20
Hallo.

Ich weiß nicht ob die Menschen hier in Marokko zufriedener sind als die in Europa.
Eigentlich müssten sie zufriedener sein, denn das Leben hier ist weitaus streesfreier und weniger kompliziert und schwer.
Aber wenn ich von Umfragen höre, dass 60-70 % aller Jugendlichen davon träumen Marokko verlassen zu können und wenn ich im Gespräch mit den Menschen immer und immer wieder höre, dass es uns in Europa doch sehr viel besser ginge als den Menschen hier, dann glaube ich nicht, dass die Menschen in Marokko größtenteils zufriedener sind als die Bewohner Europas.
Zwar klagen die Europäer stet´s über vielerlei aber mehr als die Hälfte dieser Menschen will ganz sicherlich nicht aus ihrer Notlage hraus auswandern.



@Bulbulla,
nein, es ist keine überhebliche Einstellung wenn Du als Weltverbesserin gilst.
Es ist (höchstwahrscheinlich) Tatsache, dass Du weitaus mehr kennst als die Menschen in Deinem marokkanischen Umfeld, d.h., dass Du ihnen in diesen Dingen geistig überlegen bist.
Wenn Du Dich dafür nicht feiern läßt und die anderen nicht erniedrigst sondern ihnen hilfreiche Informationen gibst, ist das keine Arroganz sondern wichtige Hilfeleistung.
Böswillig wäre es, wenn Du Dein Wissen nicht weiter geben würdest.
Das Problem ist jedoch oft (Du wirst diese Erfahrungen auch gemacht haben), dass diese Hilfe nur angenommen wird solange man zugegen ist.
Sobald man weg ist fallen sie wieder in ihre alten Verhaltensstrukturen zurück.

Ich glaube nicht, dass Otto´s Beitrag zur Relegion respektlos ist.
Ganz sicherlich kann eine Religion bei manchen Menschen hilfreich sein (Placeboeffekt) aber über sie wird auch viel Humbug verbreitet.
Wir leben heute glücklicherweise nicht mehr in einer Zeit in der Religionen unkritisierbar sind!



.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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