EILT! Heiraten in Deutschland oder in Marokko?
#21
@Thomas
Die Beschwerde beim Auswärtigen Amt Berlin über die Deutsche Botschaft in Rabat habe ich heute früh abgeschickt.

Danach habe ich die Terminbestätigung des Standesamts für die Eheschließung 9.4.2021 an die Leiterin des Ausländeramts geschickt. Samt aktualisierten Einkommensnachweisen. Es sei alles bestens. Sie fertigt nun die Verpflichtungserklärung aus, die mir gleich am Montag zugestellt wird.

Allerdings könne sie erst mit der Deutschen Botschaft in Rabat in Verbindung treten, wenn diese den Termin für das Ausreisevisum vergeben hat. Ich fragte, ob die uns vorliegende Bearbeitungsnummer hilft. Leider nein, war die Antwort. Ohnehin gilt diese Bearbeitungsnummer für Heiraten in Marokko und anschließenden Familiennachzug. Ob das geswitcht werden kann auf Eheschließung in Deutschland, das müssten wir mit Rabat selber klären. Ich sagte ihr dann, dass ich
mich beim Auswärtigen Amt in Berlin beschwert habe. Sie räumte ein, dass die Deutschen Botschaften im Ausland im allgemeinen wenig bürgerfreundlich handeln (ein Frankfurter Rechtsanwalt, Marokkaner, sagte einem anderen „Betroffenen“, dies sei politisch so gewollt, man wolle damit möglichst viele Paare zum Aufgeben zwingen). Es sei richtig, dass das Auswärtige Amt in Berlin zwischengeschaltet sei zwischen Botschaft und Ausländeramt. Aber dass dieses selbst Termine vergeben könne, davon habe sie noch nie etwas gehört.

Meine Einschätzung:
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir über die Beschwerde den benötigten Termin zeitnah bekommen. Vielleicht gibt es eine Überraschung, würde mich aber sehr wundern. Vielleicht müssen wir am Ende doch in Kenitra zum Adoul und dort die Ehe schließen. Weil der Weg Eheschließung in Deutschland zeitlich nicht kalkulierbar ist und das Visum für Deutschland vielleicht erst in eineinhalb Jahren oder noch später kommt.

Wolfgang
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#22
.......und ich habe bis jetzt immer auf eine angemessene „mahr“= Morgengabe geachtet. Habe mir ebenfalls Einsicht in die Eheverträge brim Adoulen erbeten. Bis jetzt waren alle sehr freundlich.
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#23
@Wolfgang,

ich wünsche Dir viel Erfolg!



.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#24
Das Auswärtige Amt hat bereits geantwortet. Sie können mir wegen der Wartezeit nicht helfen. Gleichbehandlung aller. Überlastung in Rabat wegen der vielfältigen deutsch-marokkanischen Beziehungen. Langsamere Arbeitsabläufe wegen Corona. Alle sind engagiert und tun ihr bestes.

Es wird uns also nichts anderes übrigbleiben als in Marokko zu heiraten.
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#25
Hallo Wolfgang,


Zitat:Überlastung in Rabat wegen der vielfältigen deutsch-marokkanischen Beziehungen.


Ha, ha!

So wird schon seit 10 Jahren argumentiert!


Noch ein Tipp den Du, trotz aller Schmetterlinge im Bauch befolgen solltest:


Mache einen Ehevertrag in dem wichtige Dinge wie Gütertrennung, ect. geregelt sind!


.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#26
U@ Thomas:

Unbedingt!!
Den würde ich hier von einem Spezialanwalt aufsetzen & ins Arabische UND Französische beglaubigt! übersetzen lassen.

Es gibt auch Stellen, die hierfür bereits Vordrucke bereit halten. Habe leider den Namen der Organisation vergessen. Sitzt in Frankfurt/M. 

Binationale Ehen oder so ähnlich.
Die informieren generell gut.
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#27
@Bulbulla,



Zitat: Den würde ich hier von einem Spezialanwalt aufsetzen & ins Arabische UND Französische beglaubigt! übersetzen lassen.


Ist in Deutschland sündhaft teuer, da nach Vermögen berechnet wird und sollte deswegen in Marokko gemacht werden. Den Text sollte man sich allerdings in Deutschland beschaffen.

Eine einfache Beglaubigung in Marokko nützt auch nichts.

Vielmehr muß der marok. Vertragspartner von einen dt. Notar oder Konsularbeamten über den Vertragsinhalt belehrt worden sein.
Dann darf er ihn unterschrieben und er wird anschließend von einer dt. Botschaftsangestellten abgestempelt und beglaubt.
Erst dann ist er rechtsgültig!


.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#28
Zum Ehevertrag: Ist es nicht ähnlich wie in Deutschland, dass ohne Ehevertrag nur der Zugewinn geteilt wird? Und nicht das Anfangsvermögen?
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#29
Ist ähnlich aber nicht genau so.

Du must vertraglich festlegen was Du willst.

Es geht aber nicht nur um Gütertrennung!!!


Siehe dazu auch:


https://www.grin.com/document/914833
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#30
(05.02.2021, 20:18)ÜThomas Friedrich schrieb: @Bulbulla,



Zitat: Den würde ich hier von einem Spezialanwalt aufsetzen & ins Arabische UND Französische beglaubigt! übersetzen lassen.


Ist in Deutschland sündhaft teuer, da nach Vermögen berechnet wird und sollte deswegen in Marokko gemacht werden. Den Text sollte man sich allerdings in Deutschland beschaffen.

Eine einfache Beglaubigung in Marokko nützt auch nichts.

Vielmehr muß der marok. Vertragspartner von einen dt. Notar oder Konsularbeamten über den Vertragsinhalt belehrt worden sein.
Dann darf er ihn unterschrieben und er wird anschließend von einer dt. Botschaftsangestellten abgestempelt und beglaubt.
Erst dann ist er rechtsgültig!


.


@Thomas:

Danke sehr für deine Tipps und auch für den Link unten bez. Eheschließungen. 
Sehr interessant und unbedingt wissenswert für Menschen in binationalen Ehen mit Muslimen!

Eines meiner Lieblingsthemen.... Wink
Die Unterschiede zu unserer Rechtsordnung hier sind beträchtlich!

Ich frage mich öfter, ob sich alle Heiratswilligen ( ich meine jetzt aber nicht Wolfgang) da gründlich informieren.

Könnte wichtig werden....

Gruß,
bulbulla
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#31
(06.02.2021, 08:26)Thomas Friedrich schrieb: Du must vertraglich festlegen was Du willst.

Es geht aber nicht nur um Gütertrennung!!!


Siehe dazu auch:


https://www.grin.com/document/914833


Hallo Thomas,

ich hab mir den Artikel aufmerksam durchgelesen und noch etwas weiter geforscht. So auch die Beiträge im alten Forum und anderes nachgelesen.

Der Artikel zeigt wie es traditionell im Islam funktioniert. Morgengabe, Abendgabe, Brautgeld, Polygamie bis zu vier Frauen...
Der wichtigste Teil sei die Brautgabe.

Ich denke, vieles davon betrifft uns beide nicht so. Meine Frau ist eine moderne, gebildete (Studentin an der Uni) Frau mit allerdings konservativen Wertvorstellungen, die stark von ihrer Überzeugung vom Islam geprägt sind. Sie hasst jede Art von Vorurteilen. Man muss auch ihre Persönlichkeit kennen und ich denke, ich kenne sie fast besser als sie selbst. Sie ist sich des Risikos eines muslimischen Mannes sehr bewusst. Hat ja selbst einiges erlebt mit ihrem Freund, der Fall ihrer Mutter ist ebenfalls ziemlich abschreckend und man bekommt ja auch sonst so einiges mit. Sie ist der Meinung, dass sie einen Mann wie mich kaum wieder finden könnte (ich kann nur hoffen, dass ich diesem Bild immer entsprechen werde). Man muss auch wissen, dass sie sehr harmoniebdürftig ist. Wenn sie nur das Gefühl hat, ich bin wegen irgendetwas traurig, das verträgt sie überhaupt nicht. Mit Tränen in den Augen versucht sie sofort eine Klärung herbeizuführen. In geschäftlichen Angelegenheiten, zum Beispiel dem Verhandeln von Miet- oder Hotelpreisen, ist sie sehr weich (nach meinem Geschmack manchmal zu sehr). Man merkt, dass sie in diesen Dingen noch unerfahren ist. Und sehr gutmütig, jemand, der alles im Eivernehmen klären will. Sie hat mir einmal ganz entrüstet gesagt „ich bin NICHT materialistisch“. Obwohl ich das ja weiß und ihr gar nichts in dieser Richtung vorgeworfen habe (sie hat das aber so verstanden). Um Geld hat sie mich noch nie gebeten, wirklich nicht ein einziges Mal in eineinhalb Jahren, außer mal um 200 Dirham fürs Taxi. Das würde sie niemals tun, sagte sie mir. Auch wenn sie finanziell am Ende wäre.

Was ich mit Sicherheit sagen kann: das ist eine von beiden Seiten zu hundert Prozent ehrliche Beziehung. Im September 2019 habe ich die einzige Marokkanerin, die ich kenne, aufgesucht und mit ihr über die möglichen Absichten meiner neuen Liebe gesprochen. Insbesondere welche rein finanziellen Interessen (auch, ob es vielleicht um den deutschen Pass geht) vielleicht bei ihr im Vordergrund stehen könnten. Warum nimmt sie nicht einen jungen Marokkaner? Ich hab dann den Kontakt zwischen den beiden hergestellt und sie haben sich angefreundet. Fatima rief mich einige Zeit später an und sagte: „Wolfgang, du brauchst dir wirklich nicht die geringsten Sorgen machen. Ich würde dir sagen, wenn es einen Grund gäbe. Aber die Sache ist völlig in Ordnung. Sie sieht in dir als „hellerem Typ“ nach meiner Einschätzung eine andere Zuverlässigkeit als sie bei Marokkanern finden würde.“

Ihre Tante lebt übrigens in Wiesbaden. Ich habe sehr guten Kontakt zu ihr. Sie sagte mir: „K. liebt dich wirklich“. Vorher schrieb sie mir mal: „K. ist nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich schön“.

Eigentlich hätte ich diese „Beurteilungen“ nicht gebraucht. Ich kann Menschen gut einschätzen und hinterfrage auch immer die Absichten, die hinter dieser Beziehung stecken könnten. Doch eigentlich war mir vom ersten Tag an klar, dass ich ihr vertrauen kann und dass es bei ihr keine Verschlagenheit gibt. Sie ist dazu gar nicht imstande.

Was den Ehevertrag angeht, muss ich mich dringend noch „weiterbilden“. Denn in Marokko ist es doch mehr ein „Geschäft“ als bei uns. Aber insgesamt würde ich das Risiko unseres deutschen Zugewinnmodells wohl in Kauf nehmen, da zu meinem Anfangsvermögen ein bezahltes Einfamilienhaus gehört. Auch eine kleinere Erbschaft kommt irgendwann. All das muss ja nicht geteilt werden und bleibt mir im Fall einer Scheidung. Ich würde da schon durchkommen. Irgendwie widerstrebt mir die Vorstellung, mit einem finanziellen Druckmittel („wenn du nicht bei mir bleibst, bekommst du gar nichts“ - oder sehr wenig) eine Ehe zusammenzuhalten. Es geht ja viel um Vertrauen. Und das ist bei uns beiden da. Im Höchstmaß des Möglichen. Das ist für mich ein entscheidender Wert, den ich nicht untergraben möchte. 

Sollte aber, weil in Marokko Verträge häufiger/üblicher sind als in D, eine spezielle Vereinbarung trotzdem nötig sein, dann bin ich demgegenüber natürlich trotzdem offen. Aber dazu fehlen  mir momentan die Kenntnisse.

Wolfgang 
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#32
Hallo Wolfgang,

ich kenne weder Dich, noch Deine Zukünftige aber ich kenne sehr viele binat. Ehen die (oft mit übelsten Auseinandersetzungen) in die Brüche gegangen sind weil jeder Erwartungen an den anderen hatte, die zuvor niemals angesprochen sondern nur vorausgesetzt wurden aber unerfüllbar für die jeweilige Seite waren.


Eines darfst Du nicht vergessen:

Ehen mit uns Europäern/Innen sind mit hohen Erwartungen, nämlich von einem Leben im Wohlstand, verbunden!

Natürlich wird jeder Marokkaner/In sagen, dass er/sie gar nicht nach Europa will und es ihm/ihr nur um die Person geht, usw..
Das sagen alle um nicht aufzufallen.


Die Scheidungsrate liegt hinterher bei mehr als 80%!


Ich will es einmal überspitzt beschreiben:

Es geht ihnen keineswegs um die Person! Da könnte auch ein Besenstiel mit deutschem Pass vor ihr/ihm stehen und sie/er würde sie/ihn heiraten.


Europäer/Innen werden genommen, auch wenn sie Eigenschaften haben mit denen ein Marokkaner/In keineswegs für eine Ehe in Betracht käme:

Überdick, ohne Geld, hoher Altersunterschied, usw..

Und das alles nur weil man glaubt nach dieser Eheschließung bis zum Ende seines Lebens finanziell abgesichert zu sein.



Das alles Wolfgang, must Du nüchtern bedenken!

Es gibt natürlich auch Ehen die funktionieren aber es ist leider eine Minderzahl.


Es ist nicht so, dass da von vornherein betrügerische Absichten bestehen aber meist gibt es absolut falsche Vorstellungen von unserem vermeindl. Reichtum.



Du solltest auch mal ein bisschen hier lesen:


https://www.1001geschichte.de/




Vor allem aber solltest Du nicht nur Deine künft. Frau kennen sondern auch die marokkanischen Metalitäten und Gewohnheiten, denn die werden sie ihr Leben lang begleiten.


.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#33
Thomas,

ich weiß, dass du es gut meinst. Und ich weiß, dass du recht hast. Ich weiß ja wie eine binationale Ehe funktioniert. In meinem Fall mit einer Brasilianerin. Da ist die Scheidungsquote bestimmt nicht besser. Die meisten Beziehungen/Ehen haben so zwei bis drei Jahre gehalten. Plusminus. In meinem Fall 20 Jahre. 10 Jahre waren fantastisch. Nach 9 Jahren kam unser Sohn, der leider mit knapp drei an Lekämie erkrankte. Zur gleichen Zeit habe ich meine (selbstständige) Arbeit gewechselt und um unser (finanzielles) Überleben gekämpft. Brutale Zeit. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Kurz, ab dieser Zeit ging es bergab. ABER: das wäre auch mit einer deutschen Frau passiert. 

Du kannst dir vorstellen, dass Brasilianer seehr lebenslustig sind. Feiern steht da weit oben. Das ist manchmal schon anstrengend. Sie hat aber ALLES mit mir mitgemacht. Alle Hobbys: in die Eishockeyspiele mitgegangen, Skifahren gelernt. Im ersten Winter sind wir schon die Sellaronda in den Dolomiten gefahren. Wildwasserkajakfahren hat sie gelernt. In Slowenien, Frankreich, Griechenland, Chile, Neuseeland die tollsten (Wildwasser)Abenteuer miteinander erlebt. Im VW Sharan geschlafen, alles ganz einfach, mit dem höchsten Erlebniswert aber, der möglich ist. Insgesamt gefühlt 1000 Reisen. Das wurde erst anders mit dem Kind (und der Krebserkrankung, die aber längst überwunden ist). Sie hat die gemeinsamen Hobbys komplett aufgegeben. Und ich habe gemeint, ich müsste das fortsetzen. Im gegenseitigen Einvernehmen bin ich weiter viel unterwegs gewesen. In Griechenland, Ecuador, Chile, USA, Kanada...Hat eigentlich gut funktioniert. Oder auch nicht. Es kommt dann eben unweigerlich zu einem Parallelleben. Und am Ende dann gescheitert. Ich bin mir bewusst, dass da auch viel Schuld bei mir liegt. Zu viel Egoismus. Ich habe aber auch viel gelernt von meiner ausländischen Frau. Vor allem, was Ausländern an den Deutschen missfällt. Allerdings profitiere ich jetzt davon. 

Meine Marokkanerin entspricht mir mit ihrem eher mitteleuropäischen Temperament (und Gott sei Dank bleibt mir Disco u.ä. erspart hhhhh) viel mehr. Vor allem habe ich gelernt, mein Leben auf sie auszurichten (wie du Thomas, in deinem Lebensbericht hast du ja gesagt, auf was es dir ankommt). Das spürt sie übrigens. Ich weiß, dass ich verliebt bin. Ich weiß aber auch, dass sie es ist. Wir haben uns von Anfang an in unserer Gesellschaft wohl gefühlt. Und ich bin fest entschlossen, für diesen Menschen und die vielleicht daraus resultierende Familie zu leben. Ich glaube, das kann ich nun.

Mit einer Marokkanerin das sind ganz andere Herausforderungen (Religion z.B.) als mit einer Brasilianerin. Aber es wird nicht schwerer werden, glaube ich.

Du findest ja meine Handynummer hier, wenn du magst, leg mich einfach auf WhatsApp an. Mit ein paar Bildern kannst du dir auch mehr vorstellen.

Viele Grüße 
Wolfgang
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#34
Hallo Wolfgang,

sorry, der Post war an @Thomas gerichtet. 
Möchte dir trotzdem kurz antworten. Wow, du hast ein sehr ereignisreiches Leben, schwindelerregend! 
Das Beste:
Deinem Sohn geht es wohl gut, er ist gesund! Das freut mich. 
Für deine neue Ehe erneut alles Gute!
Es ist einfach schön, wenn sich zwei Menschen finden. Wie es verläuft, zeigt dann das Leben. 

Der Unterschied zwischen Copacabana und religiöser, konservativer Studentin ist sicher groß. Wink

P.s.: Was ist es denn, was Ausländern an uns Deutschen missfällt? Würde mich interessieren. 

Gruß, bulbulla
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#35
Hallo Wolfgang,

nicht nur an diesem Bericht habe ich gemerkt, dass Du ein Mensch mit beiden Beinen im Leben bist und über zahlreiche Lebenserfahrungen verfügst und die gelpante Hochzeit keine kurzentschlossene "aus dem Bauch heraus Nummer" ist.

Das erhöht natürlich Deine/Eure Chancen zum guten Gelingen!

Die Religion ist natürlich noch einmal eine besondere, oft nervenaufreibende, Herausforderung aber vielleicht gelingt es dir ja sie ein bisschen in Richtung "einundzwanzigstes Jahrhundert" zu bewegen.
Du solltest auf keinen Fall in (für Europa) längst überholte Denkweisen verfallen.


Melde Dich doch mal bei mir, wenn Du in Kenitra bist.
Vielleicht bin ich dann in der Nähe und treffe mich gerne mit Dir!


In Kenitra befindet sich übrigens eines meiner marok. Lieblingsrestaurants, das Champs Elysee.


.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#36
(06.02.2021, 19:01)bulbulla schrieb: Der Unterschied zwischen Copacabana und religiöser, konservativer Studentin ist sicher groß. Wink

P.s.: Was ist es denn, was Ausländern an uns Deutschen missfällt? Würde mich interessieren. 

Gruß, bulbulla


Ihr Erscheinungsbild ist aber westlich/modern. Nix Kopftuch oder Hijab, unter dem sie ihre schönen langen Haare versteckt.

Zum letzten Punkt: 
Ich glaube, der Hauptgrund liegt darin, dass wir oft als ein kaltes Volk gesehen werden, gepaart mit einer Portion Überheblichkeit/Arroganz. Der Familienzusammenhalt ist in den meisten Ländern (viel) stärker als bei uns. Insgesamt dürfte die fehlende Wärme in D am meisten kritisiert werden. Man findet Ordnung und Pünktlichkeit schon gut, aber nicht die starke Regelhaftigkeit/Sturheit. Insgesamt werden wir nicht unbedingt als eines der sympathischsten Völker wahrgenommen. Das zeigt sich auch in Firmen, wo die handwerklichen Arbeiten hauptsächlich von Ausländern der verschiedensten Nationalitäten ausgeführt werden. Die unterhalten sich natürlich untereinander. Und das Bild über uns Deutsche ist nicht so wie wir es gerne hätten oder uns selber sehen.

Daran kann die Freiheit und Humanität, die das politische System bietet, nur bedingt etwas ändern. Die meisten Ausländer bleiben also in Deutschland aus diesem Grund und der relativ guten wirtschaftlichen Situation. Meine Ex-Frau (untypisch immer pünktlich und immer schneller als andere) fand es immer optimal, in D zu leben und zu arbeiten. Gleichzeitig viel zu reisen. Die Basis aber hier in D zu haben.

Gut beschreibt die Sichtweise vieler Ausländer auf uns der Kommentar eines Brasilianers zu einem Tiervideo, in dem ein Tier das andere kalt und gefühllos behandelt: „Das Tier ist bestimmt ein Deutscher“.
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#37
Hallo Wolfgang,

danke dir für deine Antwort mit der Einschätzung der Deutschen. Das deckt sich in etwa mit dem, was ich auch von Ausländern schon hörte, allerdings nie in meiner marokkanischen Familie. Da steht D ganz oben. 

Ich finde es gut, dass du dir trotz deiner vielen Dinge, die erledigt werden müssen, Zeit für eine Antwort nimmst. Das wäre doch auch ein Diskussionsthema für‘s Forum?

Schade, dass hier so wenig los ist. Falls jemand ein lebendiges deutsch-marokk. Forum nennen kann, bitte her mit der Adresse. Hier lesen doch sooo viele mit?!

Zum „Deutschen“: Ich persönlich merke, je mehr / länger ich in Marokko bin, desto deutscher werde ich! Kennt das hier jemand?
Das geht so weit, dass ich mir später an unserer Wohnung neben der marokk. Flagge, die ja überall! hängt, eine deutsche anbringe. Früher hätte ich gelacht über so was Big Grin

Den verlinkten Film habe ich noch nicht angeschaut, werde es noch tun. 
Generell lasse ich Menschen ungern mit einem Tier vgl. 

@Kopftuch:
Der Kopf darunter kann sehr modern sein! Und andersrum:
Ich habe in Hotels schon Damen gesehen, die mit einem bestimmten Ziel dort waren. Sie waren verhüllt. 

Ich selber trage (noch?) keinen Hijab. Schließe es nicht ganz aus. 

Und zum Schluss: 
Du bist für deine Verlobte (und deren große Familie, die gibt es!) mehr als ein Sechser im Lotto!

Sie sagte, so jdn. könne sie in ganz Marokko nicht finden. Das glaube ich auch!

Alles Gute  Like
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#38
(07.02.2021, 13:00)bulbulla schrieb: Hallo Wolfgang,

danke dir für deine Antwort mit der Einschätzung der Deutschen. Das deckt sich in etwa mit dem, was ich auch von Ausländern schon hörte, allerdings nie in meiner marokkanischen Familie. Da steht D ganz oben. 

Ich finde es gut, dass du dir trotz deiner vielen Dinge, die erledigt werden müssen, Zeit für eine Antwort nimmst. Das wäre doch auch ein Diskussionsthema für‘s Forum?

Schade, dass hier so wenig los ist. Falls jemand ein lebendiges deutsch-marokk. Forum nennen kann, bitte her mit der Adresse. Hier lesen doch sooo viele mit?!

Zum „Deutschen“: Ich persönlich merke, je mehr / länger ich in Marokko bin, desto deutscher werde ich! Kennt das hier jemand?
Das geht so weit, dass ich mir später an unserer Wohnung neben der marokk. Flagge, die ja überall! hängt, eine deutsche anbringe. Früher hätte ich gelacht über so was Big Grin

Den verlinkten Film habe ich noch nicht angeschaut, werde es noch tun. 
Generell lasse ich Menschen ungern mit einem Tier vgl. 

@Kopftuch:
Der Kopf darunter kann sehr modern sein! Und andersrum:
Ich habe in Hotels schon Damen gesehen, die mit einem bestimmten Ziel dort waren. Sie waren verhüllt. 

Ich selber trage (noch?) keinen Hijab. Schließe es nicht ganz aus. 

Und zum Schluss: 
Du bist für deine Verlobte (und deren große Familie, die gibt es!) mehr als ein Sechser im Lotto!

Sie sagte, so jdn. könne sie in ganz Marokko nicht finden. Das glaube ich auch!

Alles Gute  Like

Fehler: Das Video ist nicht verlinkt. Nur erwähnt.
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#39
(07.02.2021, 10:52)Wolfgang schrieb: Ihr Erscheinungsbild ist aber westlich/modern. Nix Kopftuch oder Hijab, unter dem sie ihre schönen langen Haare versteckt.

Zum letzten Punkt: 
Ich glaube, der Hauptgrund liegt darin, dass wir oft als ein kaltes Volk gesehen werden, gepaart mit einer Portion Überheblichkeit/Arroganz. Der Familienzusammenhalt ist in den meisten Ländern (viel) stärker als bei uns. Insgesamt dürfte die fehlende Wärme in D am meisten kritisiert werden. Man findet Ordnung und Pünktlichkeit schon gut, aber nicht die starke Regelhaftigkeit/Sturheit. Insgesamt werden wir nicht unbedingt als eines der sympathischsten Völker wahrgenommen. Das zeigt sich auch in Firmen, wo die handwerklichen Arbeiten hauptsächlich von Ausländern der verschiedensten Nationalitäten ausgeführt werden. Die unterhalten sich natürlich untereinander. Und das Bild über uns Deutsche ist nicht so wie wir es gerne hätten oder uns selber sehen.

Daran kann die Freiheit und Humanität, die das politische System bietet, nur bedingt etwas ändern. Die meisten Ausländer bleiben also in Deutschland aus diesem Grund und der relativ guten wirtschaftlichen Situation. Meine Ex-Frau (untypisch immer pünktlich und immer schneller als andere) fand es immer optimal, in D zu leben und zu arbeiten. Gleichzeitig viel zu reisen. Die Basis aber hier in D zu haben.

Gut beschreibt die Sichtweise vieler Ausländer auf uns der Kommentar eines Brasilianers zu einem Tiervideo, in dem ein Tier das andere kalt und gefühllos behandelt: „Das Tier ist bestimmt ein Deutscher“.

Hallo @Wolfgang

das ist wie so oft eine Definitionsfrage. Was ist ein "kaltes Volk"? "Überheblichkeit, Arroganz"? Da wird es vermutllich eine Unzahl unterschiedlicher Definitionen geben. Auch der "Familienzusammenhalt" fällt darunter, vor allem was ist da reines Gerede und Wunschdenken, wie sieht jedoch die Realität aus?
Schon erstaunlich: D ist zwar nicht sonderlich beliebt, aber viele Marokkaner wollen unbedingt hier her. Grund? Der tatsächliche oder erträumte wirtschaftliche Wohlstand, der in D leicht zu erwerben sei. Dass dazu "Ordnung und Pünktlichkeit" (Klartext: Arbeitsethik) unabdingbar ist, wird geflissentlich übersehen. Eine Wirtschaft kann nun nicht mit den ständigen "inschallah-Ausreden" funktionieren. Von der epidemischen Korruption schweigt des Sängers Höflichkeit.
Stellt man MarokkanerInnen die Frage, warum ihr Land wissenschaftlich, technisch, wirtschaftlich so schlecht dasteht, kommen, wie aus der Pistole geschossen, die üblichen Antworten: Kolonialismus, Imperialismus, Zionismus...und was der ...ismen noch mehr. Ihre Mentalität/Einstellungen? Auf diese Frage folgt eisiges Schweigen.
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#40
Danke euch allen für die Hilfe und eure Antworten. Morgen gehts los mit dem Ryanair Flug Memmingen - Marrakesch, der ganz offensichtlich stattfindet, nachdem ich heute den Check-in problemlos machen konnte. Meine Freundin ist sich recht sicher, dass uns die 2 Wochen reichen für die Eheschließung. Sie hat alles gut vorbereitet und wenn ich ankomme, dann sind alle Übersetzungen fertig. Der Übersetzer kann uns bei der Abwicklung ebenfalls etwas helfen, da er die einzelnen Schritte angeblich gut kennt.

Jetzt hoffe ich einfach, dass ihre geschätzten 10 oder 11 Tage nicht nur ein frommer Wunsch sind und alles gut klappt. Auf Feierlichkeiten werden wir komplett verzichten, was mir nicht nur wegen Corona gar nicht so unrecht ist.
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