Marokko stellt Kontakt zu deutscher Botschaft ein
#1
Heute gab der marokkanische Außenminister in einem Schreiben an die Regierungsmitglieder bekannt, dass ab sofort jeder Kontakt zur deutschen Botschaft und allen deutschen staatlichen Organisationen einzustellen ist!

[Bild: 40663789yv.jpg]




Die Gründe sind noch nicht bekannt.
Irgendetwas ist vorgefallen.

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Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#2
Salam und Hallo
Hab gerade von dieser Nachricht gehört das Marokko die Kontakte zu der Bundesrepublik abgebrochen haben soll. 
Marokko hat bekannt gegeben, dass jegliche Kontakte und Beziehungen zu der deutschen Botschaft in Marokko abgebrochen werden.  Dies geschehe aufgrund tiefer Missverständnisse mit der Bundesrepublik Deutschland über die grundlegenden Fragen des Königreichs Marokko.

In diesem Sinne werden die Ministerien und alle ihnen unterstellten Einrichtungen aufgefordert, jegliche Kontakte, Interaktionen oder Kooperationen, in welchem Fall und in welcher Form auch immer, sowohl mit der deutschen Botschaft in Marokko als auch mit den mit ihr verbundenen deutschen Kooperationseinrichtungen und politischen Stiftungen auszusetzen, heißt es in einem internen Dokument.

Quelle: Hespress
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#3
Wie ich gerade aus gut informierten Kreisen erfuhr, ist der Grund wohl eine Flagge der Polisario, die in Deutschland offiziell gehisst wurde.



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Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#4
Offensichtlich wurde in Deutschland vor dem Bundestag zum Jahrestag der Gründung der Sahara Republik die Flagge der Polisario gehisst.
Bevor Du Dein Kamel dem Schutz Allahs anvertraust, binde es gut fest.
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#5
Es war nicht der Bundestag sondern das Landesregierungsgebäude von Bremen.

Der sozialistische Bürgermeister war vor 15- 20 Jahren gemeinsam mit den Grünen zu einem Besuch bei der Polisario.


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Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#6
Danke für die Info; ich hatte irgendwo gelesen, daß es vor dem Bundestag gewesen sei, also fake news, wie so oft
Bevor Du Dein Kamel dem Schutz Allahs anvertraust, binde es gut fest.
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#7
https://www.maghreb-post.de/hauptschlagz...yT_kL_kUDg
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#8
In marokkanischen Medien kursiert ein Schreiben, wonach das Land die Beziehungen zur deutschen Botschaft kappen will. Grund für den Schritt sollen »tiefe Missverständnisse« sein. ...

https://www.spiegel.de/politik/ausland/m...9f#ref=rss
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#9
Anscheinend gibt es gerade eine schwere diplomatische Krise zwischen Marokko und Deutschland, wie es aus einem -geheimen- Statement des Außenministeriums hervorgeht, das an die Presse durchgesteckt wurde. Hier ein Spiegel-Artikel dazu:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/m...65529c519f

Und hier das Schreiben im Original:
https://www.medias24.com/le-maroc-suspen...16983.html

Das ist richtig starker Tobak, da muss schon etwas Gravierendes vorgefallen sein. Der Grund für die Verstimmung wird nicht genannt, aber man kann es sich ja denken. Hat sich irgendein deutscher Politiker in letzter Zeit zum Thema Sahara bzw. Polisario geäußert? 

Gruß

Mike
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#10
Das Fass zum Überlaufen gebracht hat wohl das Hissen einer Polisariofahre vor dem Gebäude der Bremer Landesregierung auf Veranlassung der SPD:

https://www.spd-fraktion-bremen.de/polit...und-tibet/

Ob es außenpolitisch tollpatischig oder eine eigenständige Angelegenheit einer Landesregierung war, die sich sicherlich auf das Recht der Meinungsfreiheit in Deutschland beruft und ob das, was der marokkanische Außenminister als "Missverständnis" bezeichnet "Demokratie" ist, ist diskussionsbedürftig.

Mich interessiert, ob noch jemand ein altes Foto aus Marokko hat auf dem eine DDR-Fahne vor einem offiziellen Gebäude zu sehen ist und wie die BRD damals darauf (wenn überhaupt) reagiert hatte.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#11
Das Affentheater um die Flüge nach/von Marokko sind schon ein ausreichender Grund dort nicht hinzureisen. Nun aber wird es noch "schöner":

https://www.spiegel.de/politik/ausland/m...65529c519f

Der marok. Regierung ist seit Jahrzehnten bekannt, dass D die willkürliche Annexion der ehem. span. Sahara nicht anerkennt und vermutlich das auch in Zukunft nicht unternehmen wird. Folglich: deutsche Staatsbürger sollten derzeit die Finger von diesem Land lassen, da diplomatisch-juristischer Schutz nicht mehr geboten werden kann. Auch wäre die deutsche Regierung gut beraten, die wirtschaftlich/finanziellen Hilfen für Marokko sofort einzustellen.
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#12
Inzwischen sind viele entsetzte Kommentare auf der Facebookseite der Bremer Bürgerschaft eingegangen:

https://www.facebook.com/bremischebuergerschaft/photos/a.157693427618019/3730340493686610/?type=3&scmts=scwspsdd
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#13
Hallo, 

ich werde am besten eine Regel einhalten, die ich schon bei meiner 1. Marokkoreise lernte:

NO COMMENT
zu Religion (hallo @Otto)

und auch nicht zur Politik. 

Allerdings hoffe ich, es möge sich alles wieder einrenken lassen. 
Schließlich legen wir großen Wert darauf, in meinem Land des Herzens auch diplomatische Hilfe & Vertretung zu erhalten, sollte das nötig sein. 

Ganz persönliche Meinung zu Bremen:

Bei uns sind bald Wahlen. Ich weiß jedenfalls, welche Partei KEINE Stimme bekommen wird. 
Demokratie hin oder her....,

Und @Otto:
Natürlich werde ich weiter dorthin reisen. Irgendwann.
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#14
(02.03.2021, 11:59)SabineZ schrieb: Inzwischen sind viele entsetzte Kommentare auf der Facebookseite der Bremer Bürgerschaft eingegangen:

https://www.facebook.com/bremischebuergerschaft/photos/a.157693427618019/3730340493686610/?type=3&scmts=scwspsdd

Gerade mal geschaut ... das geht da ja richtig rund und die Kommentar lesen sich nicht gut  Sad
cu

Uwe

... mach(t) die längsten Reisen zuerst ...
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#15
(02.03.2021, 07:48)Thomas Friedrich schrieb: Das Fass zum Überlaufen gebracht hat wohl das Hissen einer Polisariofahre vor dem Gebäude der Bremer Landesregierung auf Veranlassung der SPD

Allerdings hing die Flagge vor genau 5 Jahren zum 40. Jahrestag der DARS dort auch schon mal, ohne dass es zu größeren Verwicklungen kam:

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:DARS_Bremen.jpg

Ich denke, dass sich das auch diesmal bald wieder beruhigen wird.
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#16
https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/257/1925784.pdf

Vielleicht liegt ja hier der Schlüssel
Bevor Du Dein Kamel dem Schutz Allahs anvertraust, binde es gut fest.
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#17
Rechtsgeschichtliche Entwicklung

Bis zum Beginn des Kolonialzeitalters gehörte die Westsahara - ebenso wie der saharische Westen der heutigen Republik Algerien und das gesamte Gebiet der heutigen Republik Mauretanien - unstreitig zu Marokko, dessen Südgrenze damals am Senegal-Fluss lag. Das stand auch später nicht nur auf dem Papier. Die marokkanische Herrschaft wurde auch faktisch ausgeübt. Die Sultane ernannten Kaids (Verwaltungsbeamte) und Kadis (Richter) für die Westsahara, stationierten fallweise dort Militär, erteilten Anweisungen und erhielten Berichte. Dafür gibt es bis heute eine Vielzahl urkundlicher Beweise. Im 17. und 19. Jahrhundert haben marokkanische Sultane (Moulay Ismael und Moulay Hassan) die saharischen Gebiete sogar persönlich bereist und inspiziert.

Die legitime Herrschaft der Sultane in der Westsahara gründete sich - und beruht auch heute noch - auf der “Baya”, dem Huldigungseid der einheimischen Bevölkerung. Nach islamischem Rechtsverständnis ist die “Baya” nicht nur eine religiöse Zeremonie, mit der ein Sultan als “Führer der Gläubigen” anerkannt wird, sondern auch ein juristisches Gelöbnis, durch das weltlich-staatlicher Gehorsam versprochen wird. Diese Doppelbedeutung der “Baya” gemäß der Scharia-Auslegung ist in Europa vielfach verkannt worden, indem man sie auf ihre geistlich-theologische Funktion verkürzte.

Tatsächlich haben die westsaharischen Volksstämme den marokkanischen Sultanen kontinuierlich die Baya” geleistet und sich damit als Untertanen deren Souveränität unterstellt.

An dieser Rechtslage änderte sich nichts, als die europäischen Mächte, hier vor allem Frankreich und Spanien, sich um die Herrschaftsgebiete in Nord- und Westafrika bemühten. Die Sultane erteilten ausländischen Wirtschaftsagenten, Fischern und Händlern zwar gewisse Nutzungs- und Niederlassungsrechte an der westsaharischen Küste, traten aber keineswegs die eigene Territorialhoheit an fremde Mächte ab. In marokkanischen Handelsverträgen mit den USA (1786) und Großbritannien (1856) wurde die Souveränität der Sultane über die Westsahara ausdrücklich von den beteiligten Staaten anerkannt. ...

Hier der gesamte Text https://marokko.com/aktuelles/wissen/mar...westsahara 
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#18
(02.03.2021, 08:21)Otto Droege schrieb: Das Affentheater um die Flüge nach/von Marokko sind schon ein ausreichender Grund dort nicht hinzureisen. Nun aber wird es noch "schöner":

https://www.spiegel.de/politik/ausland/m...65529c519f

Der marok. Regierung ist seit Jahrzehnten bekannt, dass D die willkürliche Annexion der ehem. span. Sahara nicht anerkennt und vermutlich das auch in Zukunft nicht unternehmen wird. Folglich: deutsche Staatsbürger sollten derzeit die Finger von diesem Land lassen, da diplomatisch-juristischer Schutz nicht mehr geboten werden kann. Auch wäre die deutsche Regierung gut beraten, die wirtschaftlich/finanziellen Hilfen für Marokko sofort einzustellen.


Eine bescheidenen Frage: Kennst Du die Geschichte Marokkos und insbesondere die der Westsahara? siehe auch hier
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#19
(02.03.2021, 15:19)Maghribi schrieb:
(02.03.2021, 08:21)Otto Droege schrieb: Das Affentheater um die Flüge nach/von Marokko sind schon ein ausreichender Grund dort nicht hinzureisen. Nun aber wird es noch "schöner":

https://www.spiegel.de/politik/ausland/m...65529c519f

Der marok. Regierung ist seit Jahrzehnten bekannt, dass D die willkürliche Annexion der ehem. span. Sahara nicht anerkennt und vermutlich das auch in Zukunft nicht unternehmen wird. Folglich: deutsche Staatsbürger sollten derzeit die Finger von diesem Land lassen, da diplomatisch-juristischer Schutz nicht mehr geboten werden kann. Auch wäre die deutsche Regierung gut beraten, die wirtschaftlich/finanziellen Hilfen für Marokko sofort einzustellen.


Eine bescheidenen Frage: Kennst Du die Geschichte Marokkos und insbesondere die der Westsahara? siehe auch hier

Eine bescheidene Antwort: ja, ich kenne sie.
Nur, dein Link gibt die subjektive Ansicht Marokkos wieder. Die UNO und vor allem der internationale Gerichtshof in den Haag teilen diese Ansicht nicht. Da Marokko 1975, also dem Zeitpunkt der Entkolonisierung der span. Westsahara, auch Vollmitglied der UNO war, hat es sich an die gegebenen Regeln der UNO zu halten. Diese sehen vor, dass bei einer Entkolonisierung die dort lebende Bevölkerung über eine demokratische Volksabstimmung ihre Zukunft bestimmt. Genau das wird von Marokko seit 45 Jahren verhindert.

Zum (lachenden) Nachdenken: auch Deutschland könnte in seiner Geschichte wühlen, zB das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation"! Auweia, was gehörte da alles dazu: Österreich, Schweiz, Lombardei (heute Italien), Burgund (heute Frankreich), selbstredend Elsaß/Lothringen, Luxemburg, Belgien, Niederlande. Sollen wir etwa wieder damit anfangen????
Geschichte, und damit die Länder sind mit der Zeit sehr veränderbar. Leider wird Geschichte häufig als Propagandamaterial ausgeschlachtet. So auch in diesem Fall.
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#20
(02.03.2021, 16:05)Otto Droege schrieb:
(02.03.2021, 15:19)Maghribi schrieb:
(02.03.2021, 08:21)Otto Droege schrieb: Das Affentheater um die Flüge nach/von Marokko sind schon ein ausreichender Grund dort nicht hinzureisen. Nun aber wird es noch "schöner":

https://www.spiegel.de/politik/ausland/m...65529c519f

Der marok. Regierung ist seit Jahrzehnten bekannt, dass D die willkürliche Annexion der ehem. span. Sahara nicht anerkennt und vermutlich das auch in Zukunft nicht unternehmen wird. Folglich: deutsche Staatsbürger sollten derzeit die Finger von diesem Land lassen, da diplomatisch-juristischer Schutz nicht mehr geboten werden kann. Auch wäre die deutsche Regierung gut beraten, die wirtschaftlich/finanziellen Hilfen für Marokko sofort einzustellen.


Eine bescheidenen Frage: Kennst Du die Geschichte Marokkos und insbesondere die der Westsahara? siehe auch hier

Eine bescheidene Antwort: ja, ich kenne sie.
Nur, dein Link gibt die subjektive Ansicht Marokkos wieder. Die UNO und vor allem der internationale Gerichtshof in den Haag teilen diese Ansicht nicht. Da Marokko 1975, also dem Zeitpunkt der Entkolonisierung der span. Westsahara, auch Vollmitglied der UNO war, hat es sich an die gegebenen Regeln der UNO zu halten. Diese sehen vor, dass bei einer Entkolonisierung die dort lebende Bevölkerung über eine demokratische Volksabstimmung ihre Zukunft bestimmt. Genau das wird von Marokko seit 45 Jahren verhindert.

Zum (lachenden) Nachdenken: auch Deutschland könnte in seiner Geschichte wühlen, zB das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation"! Auweia, was gehörte da alles dazu: Österreich, Schweiz, Lombardei (heute Italien), Burgund (heute Frankreich), selbstredend Elsaß/Lothringen, Luxemburg, Belgien, Niederlande. Sollen wir etwa wieder damit anfangen????
Geschichte, und damit die Länder sind mit der Zeit sehr veränderbar. Leider wird Geschichte häufig als Propagandamaterial ausgeschlachtet. So auch in diesem Fall.

Wieso die Sicht Marokkos?

Der Bericht wurde 1991 von Dr. Clemens Amelunxen, (1927 - 1995) verfasst. Er war Vorsitzender Richter (Senatspräsident) am Oberlandesgericht Düsseldorf. Studium der Rechtswissenschaft und Theologie in Deutschland, Frankreich und USA. War Ehrenmitglied des Universitätsinstituts für Rechtsvergleichung und Auslandsrecht... Veröffentlichte 26 Bücher und über 300 Einzelarbeiten zu Themen der Geschichte, des Staatsrechts, der Kriminologie und des Prozessrechts. Im In- und Ausland wurden ihm zahlreiche staatliche und akademische Auszeichnungen zuteil. ...
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