Hinweise auf Fernseh-Sendungen über Marokko
#56
Der erste Weltkrieg im Orient

Phoenix, am Sonntag, den 20.02.2022 um 00:00 Uhr
Phoenix, am Sonntag, den 20.02.2022 um 14:00 Uhr
Phoenix, am Mittwoch, den 23.02.202 um 03:00 Uhr

Arabische Truppen an die Front

Der Dreiteiler richtet seinen Blick auf die Auswirkungen des ersten Weltkrieges auf den heutigen Nahen Osten. Der erste Teil erinnert an die 250.000 Soldaten des Ersten Weltkriegs, die Frankreich und Großbritannien aus Marokko, Algerien und Tunesien rekutrierten.
Die Filme, die noch unbekanntes Archivmaterial zeigenm und in denen Experten und Diplomaten aus dem Maghreb und dem Nahen Osten von fast in Vergessenheit geratenen Geschehnissen berichten, geben den arabischen Soldaten des Ersten Weltkrieges erstmals einevStimme und ein Gesicht.
Mit der deutschen Erstausstrahlung des Dreiteilers „Der Erste Weltkrieg im Orient“ im Rahmen einer Themenwoche „Orient und Okzident“ zeigt erstmals auf phoenix eine Dokumentationsreihe die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf den heutigen Nahen Osten, sowie die Verstrickungen Deutschlands und anderer europäischer Kriegsparteien in das Leid der arabischen Bevölkerung, die in diesem todbringenden Waffengang auf Kriegsschauplätzen einbezogen wurde.
Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden. In den Kriegswirren kamen viele der arabischen Soldaten um, Moslems mussten gegen Moslems in den Krieg ziehen, das Osmanische Reich zerbrach. Die Länder im Nahen Osten gerieten zwischen die Fronten und wurden schließlich zwischen den Kolonialmächten aufgeteilt, ohne Rücksicht auf deren Geschichte, Kulturräume oder deren Bevölkerungen. Die Dokumentationsreihe, im Original „World War One Through Arab Eyes“ aus der Sendergruppe von Al Jazeera, zeigt wie sehr die heutigen Konflikte im Nahen Osten bis hin zum aktuellen Bürgerkrieg in Syrien auch im Ersten Weltkrieg begründet liegen, und durch koloniale Machtspiele der europäischen Westmächte mit gesät wurden.

In ersten Teil des Films wird an die 250.000 Soldaten erinnert, die aus den Ländern Marokko, Algerien und Tunesien für den 1. Weltkrieg für Frankreich und Großbritannien rekrutiert wurden. Bis heute ist weitgehend unbekannt, dass diese arabisch-stämmigen Soldaten gegen Deutschland in Europa gekämpft haben. Sie wurden zum Teil Opfer barbarischer Kriegstaktiken: Entweder wurden sie mit Senfgas getötet oder sie wurden tausendfach exekutiert. Viele wurden auch in den Osten deportiert, um gegen ihre arabischen Brüder beispielsweise in Gallipoli zu kämpfen.
Die Schlacht von Gallipoli wurde auf der gleichnamigen türkischen Halbinsel ausgetragen. Es war eine der blutigsten Schlachten, bei der die Großmächte Großbritannien, Frankreich und Russland versuchten, von hier aus das Osmanische Reich zu erobern. Beide Seiten verloren insgesamt schätzungsweise 350.000 Mann. Interessant ist auch Deutschlands Haltung: Muslimische Kriegsgefangene aus der englischen und französischen Armee sollten durch „moslemfreundliche Lager“ auf die Seite der Deutschen gezogen werden. So wurde das "Halbmondlager" im brandenburgischen Wünsdorf eine Art Vorzeige-Camp mit einer eigenen Moschee.
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
RE: Hinweise auf Fernseh-Sendungen über Marokko - von SabineZ - 16.01.2022, 06:14

Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Über 300.000 Jahre alter Homo-sapiens-Fossilien in Marokko Maghribi 0 2.213 14.10.2020, 09:16
Letzter Beitrag: Maghribi

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 2 Gast/Gäste