Corona-Virus in Marokko
(08.08.2020, 21:01)Marc99 schrieb: ... denkt man nur das grosse Fressen. Sonst ist es eher eine Komödie und in diesen Zeiten ist ein Drama. Das man eventuell nahe Verwandte, Eltern, Geschwister und so weiter womöglich infiziert wird bewusst in kauf genommen.
Auslassungen von mir

@Marc hättest du diese letzten Sätze weggelassen wär dein Posting nicht verfälscht, aber respektvoll geblieben. Das hätte mich gefreut. Für mich sind solche Beleidigungen komplett überflüssig. Es gibt vielleicht andere Möglichkeiten deinen Frust über viele Erlebnisse in Marokko los zu werden.
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Hallo Keela,

ich sehe darin keine direkte Beleidigung.

Die Gefahren der Pandemie sind jedem bekannt und wer derzeit Feste veranstalltet nimmt tatsächlich in Kauf, dass sich die Gäste infizieren.

Ich würde es sogar "grob fahrlässiges Handeln" nennen.

Beste Grüße,
Thomas
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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(09.08.2020, 04:56)Keela schrieb:
(08.08.2020, 21:01)Marc99 schrieb: ... denkt man nur das grosse Fressen. Sonst ist es eher eine Komödie und in diesen Zeiten ist ein Drama. Das man eventuell nahe Verwandte, Eltern, Geschwister und so weiter womöglich infiziert wird bewusst in kauf genommen.
Auslassungen von mir

@Marc hättest du diese letzten Sätze weggelassen wär dein Posting nicht verfälscht, aber respektvoll geblieben. Das hätte mich gefreut. Für mich sind solche Beleidigungen komplett überflüssig. Es gibt vielleicht andere Möglichkeiten deinen Frust über viele Erlebnisse in Marokko los zu werden.

Hallo, 
hättest du es verstanden, wäre es keine Beleidigung sondern ein treffender Vergleich. Das grosse Fressen ist ein Filmtitel und tatsächlich eine Komödie/Drama. 

Das man eventuell nahe Verwandte womöglich infiziert ist ebenso keine Beleidigung sondern eher Tatsache, hat auch weniger was mit Marokko zu tun, sondern das passiert Weltweit.
MfG

Marco Wensauer
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(09.08.2020, 06:40)Thomas Friedrich schrieb: Hallo Keela,

ich sehe darin keine direkte Beleidigung.

Die Gefahren der Pandemie sind jedem bekannt und wer derzeit Feste veranstalltet nimmt tatsächlich in Kauf, dass sich die Gäste infizieren.

Ich würde es sogar "grob fahrlässiges Handeln" nennen.

Beste Grüße,


Thomas
Hallo Thomas,
ich auch nicht. Leider sind bei derartigen Veranstaltungen häufig und schnell die angeblich religiösen Floskeln als Rechtfertigung in marokkanischen Mündern. Man kann sie langsam rückwärts singen.
Wie dem auch sei, es wird mit Sicherheit viel Zeit brauchen, bis die Mehrheit der Bevölkerung sich diszipliniert und den Verstand einschaltet. Darauf kann man derzeit nicht bauen.
Wichtiger und dringender ist jedoch die Frage, wie Marokko die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff bekkommen kann und will. Der Tourismus, der einen nicht unerheblichen Beitrag zum BIP leistet dürfte für 2020 mausetot sein. Die Überweisungen der MRE sind inzwischen um 25 - 30% zurückgegangen, weil die wirtschaftliche Situation in den Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien, Belgien auch nicht zum Lachen ist. Der Welthandel ist eingebrochen und wird gerade umgeschichtet, Häfen werden geschlossen (gerade wurde Laaioune dicht gemacht, Schluss mit den Phosphatexporten), uvam. Die Nahoststaaten marschieren vermutlich in eine existenzgefährdete Krise, Revolutionen oder Kriege.
Wie will und kann sich Marokko in dieser Situation verhalten?
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Ich finde, man muss einfach einsehen, daß in der derzeitigen Situation einfach einiges anders laufen muss. An Ostern in D. hat das auch nicht jeder geschafft, von ewigen Traditionen abzuweichen. Da wurden die Supermärkte gestürmt, als gäbe bald keine Lebensmittel mehr.......Familienfeiern, auch aus anderen Teilen des Landes fanden statt, wie immer. Ich fand's angenehm, weil in meiner Familie die Osterfeier abgeblasen würde. Ich hab's genossen, schließlich hatte ich mir jede Menge Arbeit gespart. Zeit nur für mich, die ich alleine, mit hund in meinem Schrebergarten verbracht habe. War wunderschön. Polizei hat auch dort Präsenz gezeigt. Gab dort auch welche, die Party gemacht haben. Man muss einfach der ganzen Sache auch was Gutes abgewinnen und flexibel reagieren
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(09.08.2020, 09:18)Kornblume schrieb: Ich finde, man muss einfach einsehen, daß in der derzeitigen Situation einfach einiges anders laufen muss. An Ostern in D.  hat das auch nicht jeder geschafft, von ewigen Traditionen abzuweichen. Da wurden die Supermärkte gestürmt, als gäbe bald keine Lebensmittel mehr.......Familienfeiern, auch aus anderen Teilen des Landes fanden statt, wie immer. Ich fand's angenehm, weil in meiner Familie die Osterfeier abgeblasen würde. Ich hab's genossen, schließlich hatte ich mir jede Menge Arbeit gespart. Zeit nur für mich, die ich alleine, mit hund in meinem Schrebergarten verbracht habe. War wunderschön. Polizei hat auch dort Präsenz gezeigt. Gab dort auch welche, die Party gemacht haben. Man muss einfach der ganzen Sache auch was Gutes abgewinnen und flexibel reagieren

Hallo Kornblume,

ich stimme hier mit dir vollkommen überein.
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(09.08.2020, 09:14)Otto Droege schrieb:
(09.08.2020, 06:40)Thomas Friedrich schrieb: Hallo Keela,

ich sehe darin keine direkte Beleidigung.

Die Gefahren der Pandemie sind jedem bekannt und wer derzeit Feste veranstalltet nimmt tatsächlich in Kauf, dass sich die Gäste infizieren.

Ich würde es sogar "grob fahrlässiges Handeln" nennen.

Beste Grüße,


Thomas
Hallo Thomas,
ich auch nicht. Leider sind bei derartigen Veranstaltungen häufig und schnell die angeblich religiösen Floskeln als Rechtfertigung in marokkanischen Mündern. Man kann sie langsam rückwärts singen.
Wie dem auch sei, es wird mit Sicherheit viel Zeit brauchen, bis die Mehrheit der Bevölkerung sich diszipliniert und den Verstand einschaltet. Darauf kann man derzeit nicht bauen.
Wichtiger und dringender ist jedoch die Frage, wie Marokko die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff bekkommen kann und will. Der Tourismus, der einen nicht unerheblichen Beitrag zum BIP leistet dürfte für 2020 mausetot sein. Die Überweisungen der MRE sind inzwischen um 25 - 30% zurückgegangen, weil die wirtschaftliche Situation in den Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien, Belgien auch nicht zum Lachen ist. Der Welthandel ist eingebrochen und wird gerade umgeschichtet, Häfen werden geschlossen (gerade wurde Laaioune dicht gemacht, Schluss mit den Phosphatexporten), uvam. Die Nahoststaaten marschieren vermutlich in eine existenzgefährdete Krise, Revolutionen oder Kriege.
Wie will und kann sich Marokko in dieser Situation verhalten?


Hallo, Herr Droege,

ich möchte bei Gelegenheit / Zeit hierzu etwas schreiben. 
Ihre Zeilen stimmen sehr bedenklich / traurig. 
Dass Laayoune jetzt schloss, wusste ich noch nicht. Wir haben dort family. 
Allerdings höre ich leider nie solch wichtigen Dinge, immer nur von Feiern (!), persönlichen Ereignissen etc. ....

Ein politisches / gesellschaftliches Bewusstsein fehlt m. M. n., vor allem bei den Frauen.
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(09.08.2020, 09:14)Otto Droege schrieb: Leider sind bei derartigen Veranstaltungen häufig und schnell die angeblich religiösen Floskeln als Rechtfertigung in marokkanischen Mündern. Man kann sie langsam rückwärts singen.

Wie dem auch sei, es wird mit Sicherheit viel Zeit brauchen, bis die Mehrheit der Bevölkerung sich diszipliniert und den Verstand einschaltet. Darauf kann man derzeit nicht bauen.

Wichtiger und dringender ist jedoch die Frage, wie Marokko die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff bekkommen kann und will.

Der Tourismus, der einen nicht unerheblichen Beitrag zum BIP leistet dürfte für 2020 mausetot sein.

Die Überweisungen der MRE sind inzwischen um 25 - 30% zurückgegangen, weil die wirtschaftliche Situation in den Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien, Belgien auch nicht zum Lachen ist. 

Von der Religion als solches ist ja meist nicht viel zu sehen, ausser man nutzt es als Entschuldigung. 

Die Bevölkerung zu disziplinieren funktioniert nur wenn der Staatsapparat auch funktioniert. Vom kleinen Beamten bis hoch in die Ministerien.

Die Wirtschaftlichen folgen könnten man mit einen Binnenhandel zumindest reduziert werden, durch Steuereinnahmen könnte man auch den Schwachen finanziell unter die Arme greifen. Man kann hier nur die Schäden etwas abmildern, aber nicht vermeiden.

Tourismus wäre durchaus möglich, dazu müssten aber notwendige Auflagen geschaffen werden, eingehalten werden und scharfe Kontrollen durchgeführt werden. Könnte den wirtschaftlichen Schaden zwar nicht aufhalten, aber es werden zumindest Arbeitsplätze erhalten und die lokale Wirtschaft unterstützt. 

Die Überweisungen der MRE kann man nicht ausgleichen, das ist ein Schaden den kann man kaum bis gar nicht kompensieren.
MfG

Marco Wensauer
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@Thomas und Marc et al
Ich stelle den Inhalt an sich nicht in Frage. Ich finde nur den Hinweis auf den Film beleidigend. Wenn der nicht gekommen wär hätte das den Rest nicht verfälscht. Und klar kenn ich den. Bin Jahrgang 1959. Der war Pflicht.:-)))

Auch ich mache mir große Sorgen um Marokko, bzw. die Menschen dort. Dass die Auslandsunterstützung zurückgegangen sein könnte - auf diese Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Ein Drama. Das macht die Situation nochmal schlimmer, denn daran hängen viele Menschen.
Ich bin ganz traurig.
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(09.08.2020, 10:28)Marc99 schrieb: Von der Religion als solches ist ja meist nicht viel zu sehen, ausser man nutzt es als Entschuldigung. 

Die Bevölkerung zu disziplinieren funktioniert nur wenn der Staatsapparat auch funktioniert. Vom kleinen Beamten bis hoch in die Ministerien.

Die Wirtschaftlichen folgen könnten man mit einen Binnenhandel zumindest reduziert werden, durch Steuereinnahmen könnte man auch den Schwachen finanziell unter die Arme greifen. Man kann hier nur die Schäden etwas abmildern, aber nicht vermeiden.

Tourismus wäre durchaus möglich, dazu müssten aber notwendige Auflagen geschaffen werden, eingehalten werden und scharfe Kontrollen durchgeführt werden. Könnte den wirtschaftlichen Schaden zwar nicht aufhalten, aber es werden zumindest Arbeitsplätze erhalten und die lokale Wirtschaft unterstützt. 

Die Überweisungen der MRE kann man nicht ausgleichen, das ist ein Schaden den kann man kaum bis gar nicht kompensieren.
Gut gebrüllt, Löwe. Nur
- die Religion spielt gesetzgeberisch in Marokko doch noch eine große Rolle. Wer als muslimischer Marokkaner im Ramadan öffentlich isst, trinkt, raucht, wird bestraft. Austreten/konvertieren aus dem Islam wird bestraft. Kirchen für marokkanische Christen (ja! Die gibt es, versteckt) dürfen nicht gebaut werden. Selbiges gilt für Verkauf von Alkoholika an Muslime, vor/außerehelicher GV, Homosexualität, uvam. Folglich, was tut der Marokkaner? Er arrangiert sich damit, gleich ob er das glaubt oder nicht (von daran halten, schweigt des Sängers Höflichkeit). Das unternimmt man am Besten und Einfachsten mit dem Mund, seit Generationen hervorragend eingeübt. So fällt man (offiziell) wenigstens nicht auf.
- Die Menschen im Staatsapparat. Tja, woher kommen die denn? Die meisten haben doch jene "hervorragende" Schulausbildung genossen, haben von Kind an das überall praktizierte "Raschuasystem" kennen gelernt, worüber Etliche ja auch ihre Einstellung im Staatsapparat verdanken. Und die sollen plötzlich diszipliniert, nicht korrupt sein?
Nein Marco, der Wurm sitzt leider sehr viel tiefer. Nur, da will kaum jemand ran, aus bekannten Gründen.
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(10.08.2020, 14:11)Otto Droege schrieb: Gut gebrüllt, Löwe. Nur
- die Religion spielt gesetzgeberisch in Marokko doch noch eine große Rolle. Wer als muslimischer Marokkaner im Ramadan öffentlich isst, trinkt, raucht, wird bestraft. Austreten/konvertieren aus dem Islam wird bestraft. Kirchen für marokkanische Christen (ja! Die gibt es, versteckt) dürfen nicht gebaut werden. Selbiges gilt für Verkauf von Alkoholika an Muslime, vor/außerehelicher GV, Homosexualität, uvam. Folglich, was tut der Marokkaner? Er arrangiert sich damit, gleich ob er das glaubt oder nicht (von daran halten, schweigt des Sängers Höflichkeit). Das unternimmt man am Besten und Einfachsten mit dem Mund, seit Generationen hervorragend eingeübt. So fällt man (offiziell) wenigstens nicht auf.
- Die Menschen im Staatsapparat. Tja, woher kommen die denn? Die meisten haben doch jene "hervorragende" Schulausbildung genossen, haben von Kind an das überall praktizierte "Raschuasystem" kennen gelernt, worüber Etliche ja auch ihre Einstellung im Staatsapparat verdanken. Und die sollen plötzlich diszipliniert, nicht korrupt sein?
Nein Marco, der Wurm sitzt leider sehr viel tiefer. Nur, da will kaum jemand ran, aus bekannten Gründen.


Hallo, 
das ist soweit absolut richtig, ist ja auch ein Islamisches Land zumindest auf dem Papier und klar fliesst auch die Religion in die Gesetzgebung ein. Ist ja in Europäischen Ländern auch nicht anders, da ist es halt mehr Katholisch gehalten. Kirchen habe ich ja schon mehrere gesehen, aber versteckt sind die jetzt auch nicht. Missionieren steht noch unter Strafe, das ist auch verboten. 
Richtig ist auch das man sich einen Posten im Staatsapparat durch Vetternwirtschaft oder eben auch erkaufen kann. Das System in diesem Land ist nun mal so wie es ist, letztendlich schaden sich alle selbst und gegenseitig. Der Beamte schadet dem Staat und der Angestellte seinen Arbeitgeber, das ist nun mal das Prinzip der Gewohnheit und das lässt sich schwer abstellen und wird Jahrzehnte in brauchen, bis es sich wenden kann. Dazu müsste man aber erstmal die Erkenntnis gewinnen, das man Einigkeit braucht. Wie sagt ein altes Arabisches Sprichwort, wir sind uns Einig uns niemals zu einigen.  Big Grin
MfG

Marco Wensauer
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(10.08.2020, 16:17)Marc99 schrieb: Hallo, 
das ist soweit absolut richtig, ist ja auch ein Islamisches Land zumindest auf dem Papier und klar fliesst auch die Religion in die Gesetzgebung ein. Ist ja in Europäischen Ländern auch nicht anders, da ist es halt mehr Katholisch gehalten. Kirchen habe ich ja schon mehrere gesehen, aber versteckt sind die jetzt auch nicht. Missionieren steht noch unter Strafe, das ist auch verboten. 
Richtig ist auch das man sich einen Posten im Staatsapparat durch Vetternwirtschaft oder eben auch erkaufen kann. Das System in diesem Land ist nun mal so wie es ist, letztendlich schaden sich alle selbst und gegenseitig. Der Beamte schadet dem Staat und der Angestellte seinen Arbeitgeber, das ist nun mal das Prinzip der Gewohnheit und das lässt sich schwer abstellen und wird Jahrzehnte in brauchen, bis es sich wenden kann. Dazu müsste man aber erstmal die Erkenntnis gewinnen, das man Einigkeit braucht. Wie sagt ein altes Arabisches Sprichwort, wir sind uns Einig uns niemals zu einigen.  Big Grin
Um Missverständnisse zu vermeiden: es gibt Kirchen in Marokko, die sind auch nicht versteckt. Sie sind für die dort lebenden Christen da, auch Touristen. Nur: vor diesen Kirchen stehen meist 2 Polizisten. Du und ich können da problemlos eintreten. Sieht jedoch einer wie ein Marokkaner aus, schwupps! sind die Polizisten da und verlangen seinen Ausweis. Ist er Marokkaner, darf er nicht eintreten. Versteckt müssen die zum Christentum konvertierten Marokkaner leben. Für die darf es auch keine Kirchen, Gebetsstätten geben.
In Europa war es früher auch so, heute längst nicht mehr. Der letzte Staat, der dieses "Religionsgetue" abgeschafft hat war Spanien, nach der Francodiktatur.
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Mohammed VI ist für einen toleranten Islam;

https://www.deutschlandfunk.de/marokko-d..._id=394835
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@Otto Dröge
In Essaouira stehen keine Polizisten, nichtmal welche in "Zivil". Wär wohl auch überflüssig, denn ich vermute, dass dort eh "jeder" weiss wer Christ ist und wer nicht.
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(11.08.2020, 04:42)Keela schrieb: @Otto Dröge
In Essaouira stehen keine Polizisten, nichtmal welche in "Zivil". Wär wohl auch überflüssig, denn ich vermute, dass dort eh "jeder" weiss wer Christ ist und wer nicht.
Guten Morgen, Keela

da mag sich in den letzten Jahren einiges geändert haben dank der Interventionen von M6. Vor ca 10 Jahren war das nicht so. Ich war beruflich gezwungen über Weihnachten in Essaouira zu verbleiben. Da es dort keine protestantische Kirche gab (oder ich sie nicht gefunden habe), bin ich am 1. Weihnachtstag zu den Kathos gegangen. Am Kircheneingang standen sehr wohl 2 Polizisten in Uniform, beäugten alle die rein wollten, sehr nett und höflich.."bonjour Monsieur, bonne fete", kontrollierten jedoch bei "nichteuropäisch aussehenden Menschen" die Ausweise.
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(11.08.2020, 05:53)Otto Droege schrieb:
(11.08.2020, 04:42)Keela schrieb: @Otto Dröge
In Essaouira stehen keine Polizisten, nichtmal welche in "Zivil". Wär wohl auch überflüssig, denn ich vermute, dass dort eh "jeder" weiss wer Christ ist und wer nicht.
Guten Morgen, Keela

da mag sich in den letzten Jahren einiges geändert haben dank der Interventionen von M6. Vor ca 10 Jahren war das nicht so. Ich war beruflich gezwungen über Weihnachten in Essaouira zu verbleiben. Da es dort keine protestantische Kirche gab (oder ich sie nicht gefunden habe), bin ich am 1. Weihnachtstag zu den Kathos gegangen. Am Kircheneingang standen sehr wohl 2 Polizisten in Uniform, beäugten alle die rein wollten, sehr nett und höflich.."bonjour Monsieur, bonne fete", kontrollierten jedoch bei "nichteuropäisch aussehenden Menschen" die Ausweise.

......und die „Kathos“
haben Sie reingelassen?? Wink

Ich habe bis heute in Marokko keine schlechten Erfahrungen hinsichtlich der Religion gemacht. 
Mit einem alten Mann, der ziemlich bei den ersten immigrants nach F war und da auch ins Saarland kam, habe ich mich schon über katholische Messen etc. unterhalten.

Weiter oben wurde ja auch gesagt, dass Religion in Marokko nicht echt gelebt würde (sinngemäß zitiert), sondern quasi nur „auf dem Papier“...Habe jetzt die Originalzeilen nicht hier. 

Das habe ich persönlich nicht so erlebt. 
Ich sehe, dass die Religion dort eine ganz zentrale Rolle spielt. 
Der König ist ja der „Amir el
Muminin“.

Gesetze und Traditionen sind eng mit dem Glauben verknüpft. 
Unangenehme Auswüchse (sture, engstirnige Vertreter) habe ich zum Glück nie erlebt. 

Ich erinnere mich an eine TV-Sendung, als sich der König samt Gefolge am Freitag ausdrücklich von einer Frau Koranverse rezitieren ließ.

Leider weiß ich dir korrekte Bezeichnung nicht mehr.
Zitieren
[quote pid='3895' dateline='1597144134']

......und die „Kathos“
haben Sie reingelassen?? Wink

Ich habe bis heute in Marokko keine schlechten Erfahrungen hinsichtlich der Religion gemacht. 
Mit einem alten Mann, der ziemlich bei den ersten immigrants nach F war und da auch ins Saarland kam, habe ich mich schon über katholische Messen etc. unterhalten.

Weiter oben wurde ja auch gesagt, dass Religion in Marokko nicht echt gelebt würde (sinngemäß zitiert), sondern quasi nur „auf dem Papier“...Habe jetzt die Originalzeilen nicht hier. 

Das habe ich persönlich nicht so erlebt. 
Ich sehe, dass die Religion dort eine ganz zentrale Rolle spielt. 
Der König ist ja der „Amir el
Muminin“.

Gesetze und Traditionen sind eng mit dem Glauben verknüpft. 
Unangenehme Auswüchse (sture, engstirnige Vertreter) habe ich zum Glück nie erlebt. 

Ich erinnere mich an eine TV-Sendung, als sich der König samt Gefolge am Freitag ausdrücklich von einer Frau Koranverse rezitieren ließ.

Leider weiß ich dir korrekte Bezeichnung nicht mehr.
[/quote]
Guten Morgen, bulbulla

klar, die haben alle reingelassen. Ein netter Jesuitenpater, sehr gute Predigt. Als Lutheraner hat er mir sogar die Kommunion gereicht. was er bei den auch anwesenden Baptisten unterließ.
Viele Marokkaner leben ihre Religion nur mit dem Mund, und das meist pausenlos. Ihre Taten haben damit nichts zu tun. Das fällt einem Nichtmuslim der dort lebt sehr schnell auf, einem 14-Tage-Touristen leider meist nicht. Alkoholgenuss, Nichteinhalten des Ramadan, sexuelle Seitensprünge, aktive/passive Korruption, uvam, ich kann die Marokkaner die das tätigen schon nicht mehr zählen. Hört man jedoch deren Reden, sind das alle perfekte, gläubige Muslime. Ich schalte schon seit langem auf Durchzug, wenn diese Sprüche kommen. Mag sein, dass jemand der dort Familie hat das anders miterlebt.
Dass Gesetze, Traditionen mit der Religion verknüpft sind, ist nichts Neues, gilt für alle Länder und Religionen. Nur, was ist "Religion"? In den allermeisten Fällen ist "Religion" die Auslegung "heiliger Schriften" durch Menschen, die bekanntlich sehr, sehr unterschiedlich ausfallen kann. Ich bin da sehr skeptisch und vorsichtig.
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(12.08.2020, 06:36)Otto Droege schrieb: [quote pid='3895' dateline='1597144134']

......und die „Kathos“
haben Sie reingelassen?? Wink

Ich habe bis heute in Marokko keine schlechten Erfahrungen hinsichtlich der Religion gemacht. 
Mit einem alten Mann, der ziemlich bei den ersten immigrants nach F war und da auch ins Saarland kam, habe ich mich schon über katholische Messen etc. unterhalten.

Weiter oben wurde ja auch gesagt, dass Religion in Marokko nicht echt gelebt würde (sinngemäß zitiert), sondern quasi nur „auf dem Papier“...Habe jetzt die Originalzeilen nicht hier. 

Das habe ich persönlich nicht so erlebt. 
Ich sehe, dass die Religion dort eine ganz zentrale Rolle spielt. 
Der König ist ja der „Amir el
Muminin“.

Gesetze und Traditionen sind eng mit dem Glauben verknüpft. 
Unangenehme Auswüchse (sture, engstirnige Vertreter) habe ich zum Glück nie erlebt. 

Ich erinnere mich an eine TV-Sendung, als sich der König samt Gefolge am Freitag ausdrücklich von einer Frau Koranverse rezitieren ließ.

Leider weiß ich dir korrekte Bezeichnung nicht mehr.
Guten Morgen, bulbulla

klar, die haben alle reingelassen. Ein netter Jesuitenpater, sehr gute Predigt. Als Lutheraner hat er mir sogar die Kommunion gereicht. was er bei den auch anwesenden Baptisten unterließ.
Viele Marokkaner leben ihre Religion nur mit dem Mund, und das meist pausenlos. Ihre Taten haben damit nichts zu tun. Das fällt einem Nichtmuslim der dort lebt sehr schnell auf, einem 14-Tage-Touristen leider meist nicht. Alkoholgenuss, Nichteinhalten des Ramadan, sexuelle Seitensprünge, aktive/passive Korruption, uvam, ich kann die Marokkaner die das tätigen schon nicht mehr zählen. Hört man jedoch deren Reden, sind das alle perfekte, gläubige Muslime. Ich schalte schon seit langem auf Durchzug, wenn diese Sprüche kommen. Mag sein, dass jemand der dort Familie hat das anders miterlebt.
Dass Gesetze, Traditionen mit der Religion verknüpft sind, ist nichts Neues, gilt für alle Länder und Religionen. Nur, was ist "Religion"? In den allermeisten Fällen ist "Religion" die Auslegung "heiliger Schriften" durch Menschen, die bekanntlich sehr, sehr unterschiedlich ausfallen kann. Ich bin da sehr skeptisch und vorsichtig.
[/quote]


Hallo Herr Droege,

ich schreibe später mehr. 
Bin gerade auf dem Weg zum Friedhof zur Trauerfeier für ne Schulkameradin.... Maä marlina mardouda....oder wie man das schreibt...
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(12.08.2020, 13:02)bulbulla schrieb:
(12.08.2020, 06:36)Otto Droege schrieb: [quote pid='3895' dateline='1597144134']

......und die „Kathos“
haben Sie reingelassen?? Wink

Ich habe bis heute in Marokko keine schlechten Erfahrungen hinsichtlich der Religion gemacht. 
Mit einem alten Mann, der ziemlich bei den ersten immigrants nach F war und da auch ins Saarland kam, habe ich mich schon über katholische Messen etc. unterhalten.

Weiter oben wurde ja auch gesagt, dass Religion in Marokko nicht echt gelebt würde (sinngemäß zitiert), sondern quasi nur „auf dem Papier“...Habe jetzt die Originalzeilen nicht hier. 

Das habe ich persönlich nicht so erlebt. 
Ich sehe, dass die Religion dort eine ganz zentrale Rolle spielt. 
Der König ist ja der „Amir el
Muminin“.

Gesetze und Traditionen sind eng mit dem Glauben verknüpft. 
Unangenehme Auswüchse (sture, engstirnige Vertreter) habe ich zum Glück nie erlebt. 

Ich erinnere mich an eine TV-Sendung, als sich der König samt Gefolge am Freitag ausdrücklich von einer Frau Koranverse rezitieren ließ.

Leider weiß ich dir korrekte Bezeichnung nicht mehr.
Guten Morgen, bulbulla

klar, die haben alle reingelassen. Ein netter Jesuitenpater, sehr gute Predigt. Als Lutheraner hat er mir sogar die Kommunion gereicht. was er bei den auch anwesenden Baptisten unterließ.
Viele Marokkaner leben ihre Religion nur mit dem Mund, und das meist pausenlos. Ihre Taten haben damit nichts zu tun. Das fällt einem Nichtmuslim der dort lebt sehr schnell auf, einem 14-Tage-Touristen leider meist nicht. Alkoholgenuss, Nichteinhalten des Ramadan, sexuelle Seitensprünge, aktive/passive Korruption, uvam, ich kann die Marokkaner die das tätigen schon nicht mehr zählen. Hört man jedoch deren Reden, sind das alle perfekte, gläubige Muslime. Ich schalte schon seit langem auf Durchzug, wenn diese Sprüche kommen. Mag sein, dass jemand der dort Familie hat das anders miterlebt.
Dass Gesetze, Traditionen mit der Religion verknüpft sind, ist nichts Neues, gilt für alle Länder und Religionen. Nur, was ist "Religion"? In den allermeisten Fällen ist "Religion" die Auslegung "heiliger Schriften" durch Menschen, die bekanntlich sehr, sehr unterschiedlich ausfallen kann. Ich bin da sehr skeptisch und vorsichtig.


Hallo Herr Droege,

ich schreibe später mehr. 
Bin gerade auf dem Weg zum Friedhof zur Trauerfeier für ne Schulkameradin.... Maä marlina mardouda....oder wie man das schreibt...
[/quote]


Der Ort, wo ich gerade war, passt ja eigentlich ganz gut zum Thema...

Was ist eigentlich „Religion“?
Da hätten wir ein tolles, neues Threadthema hier, nicht wahr?
Befürchte aber leider dann Streit und Ärger!

Jeder soll doch einfach glauben können, was er möchte oder auch nicht. 

Vllt habe ich nicht genau herausgearbeitet, dass z. B. bei uns die Religion für den Staat
längst nicht die große Rolle spielt wie in Marokko. 
Wir sind laizistisch. Frankreich z. B. noch viel stärker. 

Dass es in jeder Religion solche gibt, die den Regeln nicht folgen, ist mir klar. Ich nehme mal an, dass Sie während Ihrer beruflichen Tätigkeit in Marokko Kontakt mit Geschäftsleuten / höhergestellten Personen hatten, die vllt einen „westlichen“ Lebensstil pflegten......?

In meinem Umfeld kenne ich wie gesagt keine Heuchler (nehme ich mal an!). 
Jeder ist ja für seine eigenen Taten verantwortlich. 

Von daher finde ich es auch nicht korrekt, hier negative Pauschalurteile über Muslime zu fällen!

Gruß,

bulbulla

Und ja, „Religion“ heißt für mich „glauben“.
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"... Jeder soll doch einfach glauben können, was er möchte oder auch nicht. 
...
Dass es in jeder Religion solche gibt, die den Regeln nicht folgen, ist mir klar. ...
...
Von daher finde ich es auch nicht korrekt, hier negative Pauschalurteile über Muslime zu fällen!"
(Auslassungen von mir)


Guten Morgen
Wenn es bei Religionen danach ginge wie gut die Gläubigen die entsprechenden Regeln umsetzen können, hätte alle Religionen kaum Mitglieder - vermute ich mal. Jedenfalls kann ich das für die mich umgebenden Christen sagen. Die bekommen vieles nicht umgesetzt und selbst ein Bemühen ist bei vielen nur mit viel gutem Willen zu beobachten. Trotzdem sagen sie sie seien Christen. Und das obwohl sie hier ja sogar aus der Kirche austreten können.
Ich vermute, dass auch in Marokko Menschen austreten würden, wenn sie denn könnten. Die anderen bemühen sich, mal mehr ml weniger, die Vorgaben/Vorschriften/Regeln zu leben. Und davon kenne ich in Marokko mehr als hier in Deutschland.
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